Weiterer Defekt gefunden
Erneut Zwischenfall im Atomkraftwerk Philippsburg

Die Pannenserie im Atomkraftwerk Philippsburg reißt nicht ab. Am 21. Oktober hat sich erneut ein meldepflichtiger Fall ereignet, wie das baden-württembergische Umweltministerium am Dienstag mitteilte. Dabei wurde im Block I des Kraftwerks eine defekte Armatur zur Betriebsentwässerung festgestellt. Ursache war den Angaben zufolge eine kaputte Elektronikbaukarte, die dann ersetzt worden sei. Das Ereignis sei in die Kategorie N (Normalmeldung) eingestuft worden. Die Sicherheit der Anlage und der Umgebung sei durch das Vorkommnis nicht gefährdet gewesen.

dpa PHILIPPSBURG/HEILBRONN. Der Defekt sei gefunden worden, als der Reaktor bereits vom Netz genommen war, sagte eine Ministeriumssprecherin. Bevor er am 21. Oktober nach Behebung einer anderen Panne wieder hochgefahren wurde, sei der Schaden repariert worden. Nach Angaben des AKW-Betreibers Energie Baden-Württemberg (EnBW) musste zu diesem Zeitpunkt eine weitere nicht funktionierende Armatur in Stand gesetzt werden.

Der jüngst bekannt gewordene Vorfall wurde vom Betreiber nach Angaben der Sprecherin am 26. Oktober gemeldet. Damit sei die Frist von fünf Werktagen eingehalten worden, in der ein Ereignis der Kategorie N mitgeteilt werden müsse. Über den Fall sei auch das Bundesumweltministerium, die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit sowie das Bundesamt für Strahlenschutz informiert worden. Block II in Philippsburg ist wegen einer Panne im Notkühlsystem seit dem 8. Oktober abgeschaltet.

Eine vier Jahre zurückliegende Panne im Sicherheitssystem des Atomkraftwerks Neckarwestheim bei Heilbronn hat möglicherweise juristische Folgen. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Heilbronn bestätigte der dpa, dass ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt eingeleitet worden sei. «Wir sind noch ganz am Anfang und prüfen, ob eine Straftat vorliegt», sagte der Sprecher am Dienstag auf Anfrage. Er bestätigte damit einen Bericht der «Stuttgarter Zeitung» vom selben Tag.

Während des Wiederanfahrens des Druckwasserreaktors I soll nach der Revision 1997 der Flüssigkeitsstand im Notkühlsystem unzureichend befüllt gewesen sein. Die Sicherheitspanne war im Rahmen der Untersuchung von Regelverstößen im AKW Philippsburg ans Licht gekommen.

Mit mehrstündiger Verzögerung begann am Dienstag in Heilbronn der Erörterungstermin zum geplanten Zwischenlager am AKW Neckarwestheim. Gegner des Zwischenlagers hatten den Verhandlungsführer des Bundesamtes für Strahlenschutz für befangen erklärt. Dies wurde nach Prüfung der Sachlage vom Präsidium des Bundesamtes zurückgewiesen.

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