Weiterer Schlag für Wirtschaft Südostasiens
Südkorea warnt vor Folgen des Atombomben-Berichts

Meldungen, wonach das kommunistische Nordkorea im Besitz von Atomwaffen ist, haben im Nachbarland Südkorea zu heftigen Reaktionen geführt.

Reuters SEOUL/PEKING. Sollten sich diese Berichte als wahr erweisen, würde dies schwerwiegende Folgen für die Wirtschaft Südkoreas und seine Bonitätsberurteilung haben, warnte der stellvertretende südkoreanische Finanzminister Kwon Tae Shin. Eine Sprecherin des Präsidialamts in Seoul kündigte an, die Atomwaffenfrage werde auch gegenüber den USA zur Sprache kommen.

In Peking kam es am Freitag zu einem kurzen neuen Treffen zwischen den Vertretern der USA und Nordkoreas im Gästehaus der chinesischen Regierung.

Der für internationale Beziehungen zuständige südkoreanische Vize-Finanminister sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag: "Nordkoreas Eingeständnis ist wirklich eine schwerwiegende Angelegenheit. Es ist eine ausgesprochen schlechte Nachricht für die Wirtschaft und für die Bonität."

Nordkoreas Diplomaten sollen beim Treffen mit Vertretern der USA in Peking am Donnerstag erklärt haben, das kommunistisch regierte Nordkorea verfüge über Atomwaffen. Die USA hatten Nordkorea vorgeworfen, vertragwidrig ein Atomprogramm angefahren zu haben, das Nordkorea in den Besitz von atomwaffenfähigem Kernspaltmaterial bringen könnte.

"Wir sprechen darüber mit den USA", sagte die für die Auslandspresse zuständige Sprecherin Lee Jihyun in Seoul. Was die Nachrichten über Nordkoreas angebliche Atomwaffen angehe, habe man in Seoul dazu noch nichts von den USA gehört. Deshalb könne sie auch noch nichts bestätigen.

Aus Präsidialamtskreisen in Washington war am Donnerstag nach dem Treffen zwischen Vertretern Nordkoreas und Vertretern der USA in der chinesischen Hauptstadt Peking verlautet, Nordkorea habe die USA bei der Begegung wissen lassen, dass es bereits über Atomwaffen verfüge. In den USA hieß es dazu, dies bestätige nur, was man in Washington schon immer gewusst habe.

Nach Angaben der US-Botschaft in Peking kam es am Freitag zu einem kurzen neuen Treffen zwischen der US-Delegation unter dem Diplomaten James Kelly und den nordkoreanischen Unterhändlern, außerdem habe es separate Treffen der Nordkoreaner und der US- Vertreter mit dem chinesischen Außenminister Li Zhaoxing gegeben, teilte ein US-Botschaftssprecher mit. Beobachter vor Ort berichteten, Nordkoreas Delegation habe sich nur etwa eine halbe Stunde in dem Gästehaus aufgehalten. Kelly habe nach etwa einer Stunde das Gebäude verlassen.

Kelly wurde später in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul erwartet, wo er über die Ergebnisse des ersten derartigen Treffens zwischen Nordkorea und den USA seit Beginn des Atomstreits im Oktober 2002 referieren wollte.

In ganz Asien könnte die Eröffnung Nordkoreas, wenn sie stimmt, weitreichende Folgen für die Bemühungen um Entspannung haben. Das prowestlich ausgerichtete Südkorea gilt als enger Verbündeter der USA.

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