Weiterer Stellenabbau angekündigt
MAN Roland kämpft mit schwierigem Umfeld

Der weltweit zweitgrößte Druckmaschinenhersteller MAN Roland sieht nach tiefroten Zahlen im Auftaktquartal auch weiterhin keine Anzeichen für eine Belebung in der krisengeschüttelten Branche. Bei der MAN-Tochter sollen nun weitere 540 Arbeitsplätze abgebaut werden.

Reuters AUGSBURG. "Wir haben eine absolut katastrophale Geschäftslage bei unseren Kunden", sagte Unternehmenschef Gerd Finkbeiner am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Augsburg mit Blick auf rückläufige Werbeumsätze und die Krise im Verlagswesen. "Es verschlechtern sich derzeit die Rahmenbedingungen auf der Preisseite ganz erheblich." Aktuell sei es unmöglich zu prognostizieren, in welchem Umfang der Preiskampf die für die kommenden Jahre von dem Unternehmen angekündigten Einsparungen von insgesamt 130 Mill. ? aufzehren werde.

Im ersten Quartal 2003 war MAN Roland mit 27 (Vorjahr null) Mill. ? vor Steuern in die roten Zahlen gerutscht. "Mit diesem ersten Quartal sind selbst die im Abschlussbericht genannten Ziele unter erheblicher Vorspannung", sagte Finkbeiner. MAN Roland rechnet für 2003 mit stagnierendem Umsatz und Auftragseingang - Prognosen für das Ergebnis wurden bislang nicht genannt. Einige Analysten schließen jedoch Verluste nicht aus.

Die MAN-Tochter, die 2001 noch über 40 % zum Vorsteuergewinn der Gruppe betrug, kämpft ähnlich wie die Konkurrenten Heidelberger Druck und Koenig & Bauer seit dem vergangenen Jahr mit der Krise in der Medien- und Werbebranche. 2002 hatte das in Offenbach ansässige Unternehmen im gewöhnlichen Geschäft einen Ergebniseinbruch um 89 % auf zehn Mill. ? verbucht.

"MAN Roland kommt nicht darum herum, in allen Bereichen das Personal nochmals anzupassen", sagte der Vorstandschef. Der Abbau von rund 370 Arbeitsplätzen - hauptsächlich durch die Zusammenlegung von Werken in Offenbach - ist bereits beschlossen. Ein Sprecher sagte, weitere 540 Stellen, davon 240 im Rhein-Main-Gebiet und 300 in Augsburg, sollten folgen. Derzeit liefen Verhandlungen mit der Arbeitnehmerseite. Auch Heidelberger Druck hatte erst vor einem Monat den Abbau von weiteren 1000 Stellen angekündigt.

Heftige Kritik übten einzelne Aktionäre an dem Barabfindungsangebot von 31,79 ? je Aktie, mit dem MAN die 1,4 % freien Anteilseigner im Rahmen eines Squeeze-Outs aus dem Unternehmen drängen will. MAN Roland lege "die Aktionäre unter die Druckerpresse", sagte ein Aktionärsvertreter. Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) kündigte an, eine gerichtliche Prüfung des Abfindungsangebots anzustrengen. Der Squeeze-Out wurde dennoch wie erwartet mit der deutlichen Stimmrechtsmehrheit von MAN gebilligt.

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