Weiterer Zukauf für den Telekommunikations-Riesen
Vodafone kauft sich offenbar bei Japan Telecom ein

Der weltgrößte Mobilfunkkonzern wird sich einem Zeitungsbericht zufolge an Japan Telecom beteiligen und strebt die Mehrheitsübernahme der schnell wachsenden Mobilfunktochter J-Phone an.

Reuters LONDON. Der weltgrößte Mobilfunkkonzern Vodafone wird sich einem Zeitungsbericht zufolge an Japan Telecom beteiligen und strebt die Mehrheitsübernahme der schnell wachsenden Mobilfunktochter J-Phone an. Die in London erscheinende "Financial Times" berichtet in ihrer Montagausgabe ohne Angabe von Quellen, Vodafone werde von regionalen Eisenbahngesellschaften einen Anteil an Japan Telecom in Höhe von 15 % für rund 2,5 Mrd. $ (rund 5,55 Mrd. DM) übernehmen. Das Geschäft soll der Zeitung zufolge in der kommenden Woche bekannt gegeben werden. Der Anteil hat auf Basis des Aktienkurses am Freitag einen Marktwert von rund 3,4 Mrd. DM.

Vodafone lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab. Konkurrent British Telecom (BT) soll einem japanischen Zeitungsbericht zufolge ebenso wie Vodafone erwägen, den Anteil von AT&T an Japan Telecom zu übernehmen. BT wollte den Bericht nicht kommentieren, bekundete aber Interesse an dem Ausbau strategischer Beteiligungen.

Nach den seit Tagen kursierenden Gerüchten um Änderungen im Aktionärskreis schlossen die Aktien von Japan Telecom am Montag an der Börse 16,85 % höher bei 2 080 000 Yen. Vodafone-Titel legten bis zum Nachmittag bei freundlicher Grundtendenz an der Londoner Börse 2,5 % auf 272 Pence zu. BT lagen nahezu unverändert bei 660 Pence.

Japan Telecom ist mit 54 % größter Aktionär bei J-Phone. Das Mobilfunkunternehmen rangiert mit einem Marktanteil von rund 16 % deutlich hinter dem japanischen Mobilfunk-Branchenführer NTT DoCoCo. Vodafone ist bislang mit 26 % an J-Phone beteiligt. British Telecom hält 20 % an J-Phone und 15 % an Japan Telecom. Der japanische Mobilfunkmarkt ist nach den USA der weltweit zweitgrößte und gilt als technologischer Schrittmacher. Der neue globale Mobilfunkstandard UMTS soll in Japan bereits im kommenden Jahr und damit deutlich früher als in Europa eingeführt werden. Analysten zufolge zielt das Engagement von Vodafone bei Japan Telecom darauf ab, den Einfluss bei J-Phone zu vergrößern und die UMTS-Technik testen zu können.

AT&T offenbar Verkaufskandidat von 15 %

Dem Zeitungsbericht zufolge hofft Vodafone zudem darauf, durch direkte Verhandlungen mit den Eisenbahngesellschaften als Anteilseigner von Japan Telecom eine bessere Ausgangsbasis für Gespräche mit dem US-Telekomunternehmen AT&T zu bekommen. AT&T erwäge den Verkauf seines Japan-Telecom-Anteils in Höhe von 15 %, nachdem NTT DoCoMo vor Kurzem für rund zehn Mrd. $ 16 % an der Mobilfunktochter von AT&T gekauft hat. Interesse an den AT&T-Anteilen hat einem Bericht der "Nihon Keizai Shimbun" (Montagausgabe) zufolge auch British Telecom. Allerdings hat BT zuletzt angekündigt, seine Schuldenlast von rund 30 Mrd. Pfund (97 Mrd. DM) reduzieren zu wollen.

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