Weiteres Aufwärtspotenzial
Euro notiert über 0,92 Dollar fest

Bereits kurz vor der Veröffentlichung sei die Gemeinschaftswährung in Erwartung eines schwachen Wertes über diese Marke gestiegen und habe sich danach dort festsetzen können, sagte ein Händler.

rtr FRANKFURT. Der Rückgang des Index im September auf 97,6 Punkte von revidiert 114,0 im August war der stärkste im Monatsvergleich seit 1990. Händlern zufolge könnte der Euro auch in den kommenden Tagen weiter steigen, allerdings hänge viel von der Reaktion der USA auf die Anschläge vom 11. September ab.

Gegen 19.30 Uhr MESZ notierte der Euro bei 0,9227/29. Im Referenzkursverfahren EuroFX wurde der Euro am Nachmittag mit 0,9173 nach 0,9149 Dollar am Vortag ermittelt. Bei diesem Kurs kostete ein Dollar umgerechnet 2,1322 (2,1378) DM. Zur japanischen Währung wurde der Referenzkurs mit 107,45 (107,27) Yen festgestellt. Die Europäische Zentralbank gab den Referenzkurs mit 0,9176 (0,9164) Dollar an. Zur japanischen Währung notierte die US-Valuta zuletzt mit 117,75/78 Yen.

Der starke Rückgang des US-Verbrauchervertrauens war Händlern zufolge schon vor der Veröffentlichung in den Euro-Kurs eingeflossen. "Spekulationen auf schwache Zahlen hat den Euro schon kurz vorher auf über 0,92 Dollar steigen lassen", sagte ein Händler. Die tatsächlichen Zahlen hätten den Euro dann weiter gestützt. Bereits im August hatte der Index den niedrigsten Stand seit acht Jahren erreicht. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Wert von 105,1 Punkten gerechnet.

Trotz des starken Rückgangs wiesen Analysten darauf hin, dass viele einen noch stärkeren Vertrauensschwund bei den US-Verbrauchern befürchtet hatten. "Die Arbeitslosigkeit stieg bereits im August. Dies wurde Anfang September bekannt gegeben und hat schon die Stimmung der Verbraucher belastet. So gesehen scheint die Wirkung der Ereignisse vom 11. September nicht so groß gewesen zu sein", sagte Ram Bhagavatula, Chefvolkswirt der Royal Bank of Scotland Financial Markets. Händlern zufolge erwartet der Markt aber für den nächsten Verbrauchervertrauensindex einen weiteren Rückgang.

"Es könnte aber noch mehr kommen, weil die Daten zu einem großen Teil vor den Anschlägen erhoben wurden", sagte ein Experte. Händlern zufolge hat der Euro noch weiteres Aufwärtspotenzial. "Es gibt noch Nachholbedarf", sagte ein Händler. Allerdings werde die weitere Entwicklung nach wie vor von den möglichen Reaktionen der USA auf die Anschläge abhängen. "Der Markt ist sich noch nicht sicher, wie die USA reagieren werden. Daher halten sich viele noch zurück", sagte der Händler.

Die Stimmung für den Dollar ist Händlern zufolge vor dem Hintergrund großer konjunkturellen Probleme grundsätzlich alles andere als positiv. Gestützt werde die US-Währung derzeit hauptsächlich von Befürchtungen, die BOJ könne jederzeit erneut in den Devisenhandel eingreifen, um den Kursaufschwung der japanischen Währung und damit den Kursrutsch des Dollar zu bremsen. Die BOJ hat seit Beginn der vergangenen Woche vier Mal mit Yen-Verkäufen interveniert. Am Montag unterstützte die Europäische Zentralbank (EZB) die BoJ bei ihrem Versuch, den Kursanstieg des Yen zu bremsen.

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