Weiteres Kurspotenzial
Euro wegen schwach erwarteter US-Daten gut unterstützt

Der Euro hat zum Dollar am Dienstagvormittag etwas nachgegeben, bleibt aber Händlern zufolge wegen der Erwartung schwacher US-Konjunkturdaten weiter gut unterstützt.

Reuters FRANKFURT. Am Vormittag sei der Handel zwar in einer engen Spanne abgelaufen, sollte sich aber die Erwartung schwacher US-Daten im Laufe der Woche bestätigen, habe der Euro weiteres Kurspotenzial, sagte ein Händler. Der Markt sei nun wieder Euro-freundlicher eingestellt. Auf dem Dollar lasteten Analysten zufolge zusätzlich Sorgen um eine mögliche Zahlungsunfähigkeit Argentiniens und die Furcht vor weiteren Milzbrandanschlägen in den USA. Die japanische Währung profitierte Händlern zufolge weniger von der jüngsten Schwäche des Dollar, weil Konjunkturdaten aus Japan ein düsteres Bild von der Wirtschaftslage des Landes zeichneten.

Gegen 11.00 Uhr MESZ kostete der Euro 0,9036/39 $ nach einer letzten Notiz am Vorabend in New York mit 0,9046/51$. Die US-Valuta wurde mit 122,02/03 (121,90/98) Yen gehandelt. Auch zum Schweizer Franken gab der Dollar etwas nach. Zuletzt notierte der Dollar mit 1,6291/96 (Vorabend 1,6316/25) sfr.

Die Erwartung schwacher US-Konjunkturdaten führte Analysten zufolge zu Gewinnmitnahmen beim Dollar und beendete so den fast fünf-wöchigen Aufwärtstrend der US-Währung. "Große US-Fonds sind in jüngster Zeit Hauptakteure im Markt gewesen, und sie scheinen nun Gewinne mitzunehmen, da wichtige makroökonomische Daten schwach erwartet werden", sagte Kosuke Hanao von der Royal Bank of Scotland. Analysten zufolge hat sich auch die Markteinstellung zum Euro wieder verbessert. "Die zuletzt gegen den Euro gerichtete Marktpsychologie, charakterisiert durch asymmetrische Wahrnehmung der volkswirtschaftlichen Entwicklungen als auch der Beurteilung der Zinspolitik der Zentralbanken, neutralisiert sich in der aktuellen Lage weitgehend", schrieben die Devisenstrategen der Helaba in einem Marktkommentar.

US-Verbrauchervertrauensindex für den Nachmittag erwartet

Händlern zufolge könnte bereits ein schwächer als erwarteter US-Verbrauchervertrauensindex des Conference Board für Oktober am Dienstagnachmittag den Euro über 0,91 $ hieven. Vor dem um 16.00 Uhr MESZ anstehenden Index werde der Handel aber in der Spanne von 0,9025 bis 0,9075 $ ablaufen, sagte ein Händler. Volkswirte rechnen mit einem Rückgang des Index auf 96,2 Punkte, nachdem der Wert im September um 16,4 Zähler auf 97,6 Punkte abgestürzt war.

Zur skeptischeren Beurteilung der US-Währung trugen Händlern zufolge auch die kritische Lage der argentinischen Wirtschaft, die Zweifel an den Erfolgen der US-Angriffe auf Ziele in Afghanistan und die Furcht vor weiteren Milzbrandanschlägen in den USA bei. Besonders die wiederaufgekeimten Sorgen um eine mögliche Zahlungsunfähigkeit Argentiniens belastete Analysten zufolge den Dollar. "Wir tendieren dazu, uns auf die Milzbrandvorfälle und auf Afghanistan zu konzentrieren, aber ich glaube, der kurzfristig riskanteste Faktor ist eine mögliche Zahlungsunfähigkeit eines Landes mit niedrigem Rating und seiner Unternehmen", sagte ein Händler. Argentinien war wieder ins Blickfeld der Märkte gerückt, weil sich das von der Regierung angekündigte Wirtschaftsprogramm für das mit 132 Mrd. $ verschuldete Land weiter verzögert.

Die japanische Währung profitierte Analysten zufolge weniger von den Schwierigkeiten des Dollars, weil die jüngsten Wirtschaftsdaten die Wirtschaftskrise des Landes untermauert hätten. "Die japanischen Wirtschaft liegt in Scherben. Eine Arbeitslosenrate von 5,3 % bedeutet, dass ein Vater in jeder Schulklasse ohne Arbeit ist", sagte ein japanischer Manager. Die am Dienstag veröffentlichten Daten zum japanischen Arbeitsmarkt wiesen mit dem Anstieg der Arbeitslosenrate um 0,3 Prozentpunkte im September den höchsten Zuwachs seit 1967 aus.

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