Weiteres Spitzentreffen für Freitag geplant
WGZ-Bank erteilt rascher Fusion der Genobanken Absage

vwd DÜSSELDORF. Die WGZ-Bank hat einer raschen Dreierfusion an der Spitze des genossenschaftlichen Bankenverbundes eine Absage erteilt. Grundsätzlich schließt das Düsseldorfer Institut aber einen Teil- oder vollständigen Zusammenschluss mit DG Bank und GZ-Bank sowie Allianzen oder Kooperationen nicht aus, wie der Vorstandsvorsitzende Werner Böhnke am Donnerstag sagte. Vor jeder Neustrukturierung seien allerdings gemeinsam die zu Grunde liegenden strategischen Fragen sorgfältig zu klären. Zu einem strategischen "Blindflug" sei die WGZ-Bank aus der Verantwortung gegenüber Anteileignern und Kunden nicht bereit.

Vorstand und Aufsichtsrat der Westdeutsche Genossenschafts-Zentralbank eG hätten die Beteiligung an einer Fusion der Zentralinstitute des genossenschaftlichen Oberbaus einstimmig abgelehnt, sagte Böhnke vor der Presse in Düsseldorf. Den jetzt diskutierten Zusammenschluss umzusetzen, hieße, Chancen aus einer gemeinsamen Strategieentwicklung zu vergeben und "nicht kalkulierbare Risiken einzugehen. So sei die betriebswirtschaftliche Lage der DG Bank Deutsche Genossenschaftsbank AG, Frankfurt, noch nicht hinreichend geklärt. Und die selbst erst vor kurzem fusionierte GZ-Bank AG, Frankfurt/Stuttgart, werde voraussichtlich zur Überwindung der "kritischen Postmerger-Phase" noch einige Jahre benötigen.

Böhnke betonte aber, die Chancen seien unbedingt zu nutzen, die in einer "gemeinsamen Strategieentwicklung sowie in der sorgfältigen Analyse und Konzeption adäquater Kooperations- und Fusionsmodelle" für den genossenschaftlichen Verbund lägen. Alle denkbaren strategischen Optionen seien zu prüfen. Eine Fusion sei aber kein "Allheilmittel" und dürfte auch kein Selbstzweck sein. Ein Bündeln der Kräfte müsse nach und nach in "vernünftiger Schrittfolge" angegangen werden und habe sich an erster Stelle an den Bedürfnissen der Kunden zu orientieren.

Unterschiedliche Unternehmenskultur

Zeitdruck sei bei den Sondierungen kontraproduktiv: Ohne hinreichende Vorbereitung suche sein Haus nicht das "Abenteuer einer Fusion", unterstrich der Vorsitzende und betonte, dass bei vielen Unternehmen, die "Hals über Kopf" zusammengegangen seien, heute "Katzenjammer" herrsche. Für den genossenschaftlichen Verbund hätte das Scheitern einer Fusion "deutlich negative Folgen". Er hob auf unterschiedliche Gegebenheiten wie etwa die Unternehmenskultur in den drei Instituten ab. "Nur in kleinen Schritten kann eine gemeinsame Kultur entfaltet werden."

Böhnke fügte hinzu, er gehe trotz seiner ablehenden Haltung zu dem Fusionsprojekt - die auch von den Primärbanken der Region getragen werde - davon aus, dass ein weiteres Spitzentreffen mit den Vorstandsvorsitzenden von GZ-Bank und DG Bank sowie dem Präsidenten des Bundesverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) wie geplant am Freitag in Düsseldorf stattfinden werde. "Wir haben nach wie vor die Zuversicht, dass unser Ansatz, gemeinsam an der strategischen Ausrichtung der nachgelagerten genossenschaftlichen Stufe zu arbeiten, gute Chancen hat." Angesprochen auf eine mögliche Zweierfusion von DG Bank und GZ-Bank, ergänzte Böhnke, man bleibe bei der Position der "Handreichung" im Verbund.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%