Weiterführung der Geschäfte
Babcock-Konzept wird bald vorgelegt

Der neue Vorstandschef der in Zahlungsschwierigkeiten geratenenen Babcock Borsig AG, Horst Piepenburg, wird nach Angaben aus Unternehmenskreisen in Kürze ein Konzept zur teilweisen Weiterführung der Geschäfte vorlegen.

Reuters DÜSSELDORF. Piepenburg habe gegenüber Arbeitnehmervertretern im Stammwerk Oberhausen angekündigt, er wolle ihnen auf einer Sitzung des Konzernbetriebsrates Mitte nächster Woche "etwas präsentieren", hieß es am Montag in Oberhausen. Erwartet wird in den Kreisen, dass Piepenburg zusammen mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter Helmut Schmitz die Gründung einer Auffanggesellschaft bekannt geben wird. Noch unklar sei bislang, welche der zahlungsunfähigen Tochtergesellschaften des Babcock-Konzerns dort Zuflucht finden sollen.

Als "fortgeschritten" wurden in den Kreisen die Verhandlungen zur Gewährung eines Massekredites zur Finanzierung des laufenden Geschäftsbetriebes bezeichnet. Die Tendenz sei eindeutig positiv. Am Montagnachmittag träfen sich erneut die Banken mit Vertretern von Babcock-Vorstand und-Arbeitnehmerseite sowie Mitgliedern der nordrhein-westfälischen Landesregierung, um über die notwendigen Gelder zu verhandeln, hieß es.

Der Maschinen- und Anlagenbauer Babcock hatte Anfang Juli während laufender Verhandlungen über eine Sanierung des Unternehmens für die Muttergesellschaft Insolvenz beantragt. Nach dem Scheitern der Sanierungsbemühungen wurde wenige Tage später der vorläufige Insolvenzverwalter und wieder ein paar Tage darauf eine neuer Vorstandschef eingesetzt. Zahlreiche Tochterfirmen folgten der Muttergesellschaft vor das Insolvenzgericht.

Die aktuelle Babcock-Krise wird in weiten Teilen der Banken und der Belegschaft dem früheren Konzernchef Klaus Lederer angelastet. Er habe mit dem Verkauf eines Teils der lukrativen Werftenbeteiligung HDW Babcock den Zugang dringend benötigten Finanzmitteln verschlossen.

Gegen Lederer läuft seit Freitag voriger Woche ein Ermittlungsverfahren, das auf Grund einer Strafanzeige der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) eingeleitet worden war. Die DSW wirft Lederer unter anderem Untreue zu Lasten der Gesellschafter und Kursmanipulationen vor. Die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf will bis Mitte dieser Woche entscheiden, ob das Verfahren von der lokal zuständigen Duisburger Staatsanwaltschaft oder der Düsseldorfer Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftssachen bearbeitet werden wird.

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