Weitergabe der Preiserhöhung fraglich
Bierbrauer drehen an der Preisschraube

Viele Biertrinker in Deutschland müssen für ihre Lieblingsmarke künftig mehr Geld auf den Tisch legen. In diesem Jahr drehen nach der zweitgrößten deutschen Privatbrauerei Warsteiner und dem drittgrößten deutschen Braukonzern Radeberger weitere Branchenriesen an der Preisschraube.

HB/dpa DÜSSELDORF. Die Erhöhung der Abgabepreise gegenüber dem Handel gelten für das Flaschen- und Dosenbier. Die Fassbierpreise gegenüber der Gastronomie sollen dagegen nicht angehoben werden. Andere Großunternehmen überlegen derzeit noch, ob sie nachziehen.

Deutschlands größter Braukonzern Holsten hebt die Abgabepreise an den Handel bei Flaschen- und Dosenbier im Durchschnitt um 5 Cent je Liter an. "Wir haben unsere Partner informiert, dass wir zum 10. Juni unsere Preise erhöhen werden", sagte ein Konzernsprecher am Mittwoch der dpa in Düsseldorf. Betroffen seien davon alle Biermarken der Hamburger Braugruppe. Dazu gehören neben dem Duisburger Flaggschiff "König Pilsener" unter anderem die Marken "Licher" und "Lübzer".

Auch Deutschlands viertgrößter Braukonzern Brau und Brunnen hebt seine Bierpreise an. "Wir erhöhen die Preise moderat", sagte ein Sprecher des Dortmunder Konzerns. Die Anhebung gelte für Flaschen- und Dosenbier. Innerhalb des Braukonzerns gebe es keinen einheitlichen Stichtag für die Preisanhebung. Die Erhöhung werde überwiegend im Juli und August erfolgen. Zum Konzern gehören unter anderem "Jever", "Berliner Pilsner", "Rostocker", "Schlösser Alt".

Die Bierpreise waren erst im vergangenen Jahr im Branchenschnitt um 7 Prozent gestiegen. Das war die höchste Preiserhöhungsrunde der vergangenen Jahrzehnte in Deutschland. In diesem Jahr vollzog wieder Warsteiner als Erster zum 1. Februar eine Anhebung. Den Sauerländern folgte die Oetker-Tochter Radeberger Gruppe mit einer Preisanhebung bei Flaschen und Dosen zum 1. Mai. Begründet werden die höheren Preise mit gestiegenen Kosten bei Rohstoffen, Energie und Personal. Daneben seien die Öko-Steuer und Lastwagen-Autobahnmaut Preistreiber.

Deutschlands zweitgrößte Brauerei-Gruppe, Interbrew Deutschland, beobachtet die Preispläne der Konkurrenten. "Wir verfolgen das Thema mit aufmerksamen Augen", sagte ein Sprecher der dpa. Derzeit gebe es noch keinen Beschluss zu einer Preiserhöhung. Der belgische Konzern Interbrew war mit der übernahme der Unternehmen Diebels, Beck und Gilde schnell an die Spitze der deutschen Braubranche aufgestiegen.

Deutschlands viertgrößte Privatbrauerei Veltins sieht derzeit keinen Raum für eine Bierpreiserhöhung. Angesichts der aktuellen Konsumschwäche bestehe die Gefahr, den Verbraucher über Gebühr zu strapazieren, erläuterte ein Sprecher des sauerländischen Brauers.

Bei der Holsten-Tochter König in Duisburg werden die Preise für das Flaschen- und Dosenbier der Marken "König Pilsener" und "Kelts" (Pils alkoholfrei) um bis zu sieben Prozent angehoben, erläuterte eine Sprecherin. Sie bestätigte damit einen Vorab-Bericht der "Wirtschaftswoche". Ob der Handel die Bierpreiserhöhung schlucken werde oder 1 zu 1 an die Verbraucher weitergebe, bleibe abzuwarten, hieß es bei Holsten.

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