Weiterhin keine führende Internet-Nation: Deutschland beim Mobilfunk auf Spitzenplatz

Weiterhin keine führende Internet-Nation
Deutschland beim Mobilfunk auf Spitzenplatz

Deutschland ist die Handy-Nation Nummer eins. Beim Zugang zum Internet sieht es aber ganz anders aus, da liegt Deutschland weit hinter den USA. Dort gibt es zur Zeit doppelt so viele PCs im Einsatz wie in allen westeuropäischen Ländern zusammen.

wiwo ap. BERLIN. In Westeuropa habe sich die Mobiltelefonie in den letzten zehn Jahren "mit größter Dynamik" entwickelt, sagte Bitkom-Präsident Volker Jung am Donnerstag in Berlin. Während es 1991 etwa fünf Millionen Europäer mit Handy gegeben habe, seien es zehn Jahre später 339 Millionen gewesen. Noch rasanter sei das Wachstum in Deutschland mit einem Anstieg von 0,5 auf 56 Millionen im selben Zeitraum gewesen. Im vergangenen Jahr habe die Zahl der Mobilfunkanschlüsse die Zahl der Festnetzanschlüsse in Deutschland erstmals übertroffen. "Das ist ein echter Paradigmenwechsel", sagte Jung.

Als Beleg verwies er auf die USA, die einen eigenen und keinen internationalen Mobilfunkstandard eingeführt hätten. Als Folge seien die USA im Vergleich zu Europa auf diesem Sektor immer weiter zurückgefallen. Im Jahr 2000 sei Deutschland bei den Mobilfunkanschlüssen und bei den breitbandigen Internet-Zugängen DSL an den USA vorbeigezogen. Bei den mobilen breitbandigen Anwendungen, die erst mit der Einführung der UMTS-Technik voll ausgespielt werden könnten, sei Europa und besonders Deutschland den USA "um Jahre voraus".

Beim Zugang zum Internet sehe die Sache allerdings anders aus. Zwar seien im vergangenen Jahr sieben Millionen Deutsche erstmals online gegangen. Immerhin 37 Prozent der Deutschen bewegten sich regelmäßig im Netz. Bis 2005 werde vermutlich jeder zweite Deutsche über einen PC verfügen. Dies sei aber kein Vergleich mit den USA, die "heute und in Zukunft einsam an der Spitze liegen". Dort gebe es zurzeit doppelt so viele PCs im Einsatz wie in allen westeuropäischen Ländern zusammen, erklärte Jung.

Als unsinnig hat die Industrie das so genannte Öko-Label für Handys mit reduziertem Elektrosmog verworfen. Jung sagte weiter, ein solches von Verbraucherschützern gefordertes Techniksiegel bringe nichts. Wenn die anstehenden Gespräche von Herstellern und Netzbetreibern im Bundeskanzleramt aber eine freiwillige Selbstverpflichtung zu Gunsten eines solches Siegels ergäben, dann werde die Industrie dem folgen, erklärte Jung.

Der Bitkom-Präsident sagte bei der Vorstellung der Studie "Wege in die Informationsgesellschaft", das Öko-Label sei zwar nur eine Show, aber vielleicht eine "Show, die man braucht". Tatsächlich würden sich in Deutschland verkaufte Handys mit Ökolabel technisch in keiner Weise von den auf internationalen Märkten verkauften Handys ohne Label unterscheiden, erklärte Jung. Einen eigenen technischen Standard für den deutschen Markt zu schaffen, bringe nur wirtschaftliche Nachteile.

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