Weiterhin positive Stimmung für Gemeinschaftswährung
Euro korrigiert seinen Höhenflug

Mit dem aktuellen Dollar-Aufschwung hat der Euro einen seit April gültigen Aufwärtstrend verlassen. Die Charttechnik eröffnet nun weiteres Abwärtspotenzial bis etwa 0,96 Dollar. Doch die Devisen-Spekulanten werden nicht so schnell klein bei geben.

DÜSSELDORF. Euroland kommt langsam, aber gewaltig. Jedenfalls was die Gemeinschafts-Währung betrifft. Im Januar nach der Umstellung der Landeswährungen auf Euro glaubte alle Welt an eine Dauerschwäche des Euro. Weniger als 87 Cent bekam man damals für einen Euro.

Diese Zeiten sind vorbei. Zunächst klammheimlich, seit ein paar Wochen aber von aller Welt wahrgenommen, hat sich der Euro zu einer starken Weltwährung gemausert. Ein angenehmer Nebeneffekt: Die aktuellen Urlaubsreisen für Bürger aus Euroland ins außereuropäische Ausland sind dank der starken Währung deutlich billiger geworden.

Sicher, hauptsächlich ist die Euro-Stärke eigentlich eine Dollar-Schwäche. Mit der lahmenden US-Konjunktur und dem unsicheren Wiederaufschwung fließt Geld aus dem Dollar-Raum ab. Vor allem die asiatischen Emerging Markets tauschten in den vergangenen Monaten den Greenback gegen Euro. Das aufstrebende Riesenreich China hat offiziell angekündigt, seine Euro-Devisen-Reserven zu Lasten des Dollar aufzustocken.

Diese Umschichtungen haben dazu beigetragen, den Euro auf 1,02 Dollar zu treiben. Doch der steile Aufwärtstrend-Kanal seit April ist mit der Kursreaktion vom Dienstag angeknackst. Mit dem Rückfall des Euro unter die Parität wurde auch die untere Trendlinie bei etwa 0,9980 Dollar unterschritten - ein kurzfristiges Verkaufssignal für den Euro. Rein charttechnisch betrachtet könnte der Euro jetzt bis auf die etwas weniger steil verlaufende Trendlinie im Bereich 0,96 Dollar fallen.

Doch viele mittel- bis längerfristig orientierte Devisen-Spekulanten haben nur auf günstigere Einstiegskurse gewartet. Die Stimmung für den Euro (und gegen den US-Dollar) ist weiterhin positiv und könnte die Euroland-Währung schon bald wieder über die Parität treiben. Vor allem, wenn die Abwärtsbewegung am amerikanischen Aktienmarkt anhält.

Private Spekulanten seien indes gewarnt: Derart aufwärts wie in den vergangenen Monaten dürfte es mit dem Euro nicht mehr gehen. Die wahrscheinlichere Variante ist in den kommenden Monaten eine breite Seitwärts-Bewegung - etwa zwischen 0,96 und 1,03 Dollar.

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