Weiterverkauf an ARD/ZDF blockiert
Kinowelt will Warner-Paket größtenteils zurückgeben

Die hochverschuldete Kinowelt Medien AG will ein vor zwei Jahren für 500 Millionen DM erworbenes Filmpaket nach einem Zeitungsbericht größtenteils an den amerikanischen Warner Brothers-Konzern zurückgeben, um eine Insolvenz abzuwenden.

Reuters MÜNCHEN. Kinowelt und Warner seien schon in der "Schlussphase der Verhandlungen", berichtete die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf das Hollywood-Studio am Sonntag. Kinowelt wolle nur die Filme behalten, die man in Deutschland auch weiterverkaufen könne, heißt es in dem Bericht. Nach Schätzungen von Analysten muss Kinowelt noch im laufenden Jahr 300 Mill. Euro (knapp 600 Mill. DM) an Krediten zurückzahlen. Kinowelt war am Wochenende nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Warner Brothers blockiere den Weiterverkauf eines Teils des Filmpakets an die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF, da Kinowelt keine Sicherheiten für die ausstehenden Ratenzahlungen vorweisen könne, berichtete die Zeitung weiter. Dadurch seien Geschäfte über mehr als 150 Millionen DM eingefroren. Kinowelt hatte im Juni mitgeteilt, 40 Filme an das ZDF verkauft zu haben.

Kinowelt spricht nach eigenen Angaben schon seit Monaten mit den Gläubigerbanken, zu denen unter anderem die BHF-Bank und die Hypo-Vereinsbank gehören, über ein Sanierungskonzept. Sie hatten sich anfangs uneins über die Überlebenschancen des Medienunternehmens gezeigt, sind nach Angaben aus Finanzkreisen inzwischen aber offensichtlich einig, noch abzuwarten, um ihre Kredite nicht vorzeitig aufzugeben. Nach dem Zeitungsbericht hat die BHF-Bank in der vergangenen Woche die Mietrückstände für die Firmenzentrale in einer ehemaligen Kaserne in München bezahlt.

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