Welche der beiden größten Brauereien bietet Anlegern die bessere Perspektive?
Das Duell: South African Breweries gegen Anheuser-Busch

Der Markt: Anders als in Deutschland, wo die Menschen von Jahr zu Jahr weniger Bier trinken, ist das Geschäft mit dem Gerstensaft in anderen Regionen der Welt sehr lukrativ.

DÜSSELDORF. Vor allem für Osteuropa und Asien prognostizieren Experten jährliche Wachstumsraten bis acht Prozent. In den USA, dem größten Biermarkt der Welt, stagniert der Absatz zwar, dafür sind die Margen hoch. Auf diese Märkte setzen die beiden Brauriesen: South African Breweries (SAB) ist Marktführer in Osteuropa und Afrika, stark in China und mit der Übernahme von Miller Brewing die Nummer zwei in Amerika. Dort besitzt der Platzhirsch Anheuser-Busch mit seiner Hauptmarke Budweiser eine Gelddruckmaschine. Marktbeobachter rechnen nach der Miller-Übernahme mit weiteren Großakquisitionen weltweit. Während Anheuser-Busch Interesse an der brasilianischen Ambev nachgesagt wird, würde SAB-Chef Graham Mackay gerne den britischen Marktführer Scottish & Newcastle schlucken. Die größere Finanzkraft und mit Budweiser eine weltweit bekannte Marke haben die Amerikaner.

Vorteil: Anheuser-Busch.

Die Strategie:

Nach dem Ende der Apartheit in Südafrika begann der rasante Aufstieg von SAB. Die Johannesburger kontrollieren zwei Drittel des afrikanischen Biermarkts. Das Erfolgsrezept: kostengünstige Produktion, wenig Marketing, niedrige Preise. In Ländern mit niedrigen Durchschnittseinkommen eine unschlagbare Strategie. Mit der Übernahme von Miller wagt sich SAB erstmals in einen saturierten Markt. Beobachter sind gespannt, ob die Südafrikaner in der Werbeschlacht der Markenartikler eine Chance haben. Anheuser-Busch konzentriert sich auf Amerika. Außerhalb der Heimat hat Anheuser-Busch die großen Akquisitionen bisher stets anderen überlassen. Deshalb:

Vorteil South African Breweries.

Die Aktien:

Die Performance des letzten halben Jahres war bei beiden Werten beeindruckend, Anheuser-Busch war über Jahre für Anleger eine sichere Bank. Daran sollte sich angesichts der soliden Geschäftspolitik nichts ändern, doch mit einem 2002er-Kurs-Gewinn-Verhältnis von 23,7 ist die Aktie teuer. Bei SAB können Anleger trotz des aktuellen Höhenflugs immer noch vergleichsweise günstig einsteigen, tragen dafür aber auch die höheren Risiken der aggressiven Expansionspolitik mit. Finanziell kann bei SAB jedoch kaum etwas schief gehen: Die Miller-Akquisition wurde größtenteils als Aktientausch abgewickelt. Das höhere Gewinnwachstum ist wegen der fulminanten Position auf dem Heimatmarkt allerdings bei Anheuser-Busch zu erwarten. Deshalb gilt selbst für den Fall, das SAB durch weitere Zukäufe den Rivalen als weltgrößten Bierkonzern ablösen sollte:

Vorteil Anheuser-Busch.

Fazit: Kurzfristig dürfte die SAB-Aktie noch für manche Überraschung gut sein. Langfristig hat Anheuser-Busch mehr Potenzial.

Quelle: Wirtschaftswoche

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