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Welle der Gewalt im Irak: elf Tote bei Anschlägen

Bagdad (dpa) - Im Irak halten die Gewalttaten gegen angebliche Kollaborateure der fremden Streitkräfte an. Allein am Montag starben bei Anschlägen in Bagdad, Mossul, Basra und im Raum Nadschaf-Hilla insgesamt elf Menschen.

Bagdad (dpa) - Im Irak halten die Gewalttaten gegen angebliche Kollaborateure der fremden Streitkräfte an. Allein am Montag starben bei Anschlägen in Bagdad, Mossul, Basra und im Raum Nadschaf-Hilla insgesamt elf Menschen.

Auch neue Entführungen von Ausländern richteten sich gegen Beschäftigte von Firmen, die im Auftrag für das US-Militär arbeiten. Extremistische Gruppen verschleppten zwei Pakistaner, zwei Jordanier und einen Iraker, wie am Montag bekannt wurde.

Ein Selbstmordattentäter sprengte sich am Montagmorgen in der nordirakischen Großstadt Mossul mit seinem Pkw vor einem US- Militärstützpunkt in die Luft. Dabei riss er eine Irakerin, ihr Kind und einen irakischen Wachmann mit in den Tod. Drei US-Soldaten und zwei irakische Wachmänner wurden verletzt, wie das US-Militär in Bagdad mitteilte. Vor dem Stützpunkt hatten sich am Morgen viele Iraker aufgehalten, die dort Arbeit gefunden haben.

Unbekannte erschossen am Montagnachmittag in Bagdad einen Beamten des Innenministeriums und zwei seiner Leibwächter. In Basra wurden am Montag nach britischen Militärangaben zwei Frauen getötet und zwei weitere verletzt, als unbekannte Angreifer auf ihren Kleinbus schossen. Die Frauen arbeiteten auf dem vom britischen Militär genutzten Flughafen von Basra. Auf der Straße Nadschaf-Hilla wurden zwei Polizisten bei einem Feuerüberfall von Unbekannten getötet und drei andere verletzt.

Eine militante Gruppe brachte unterdessen zwei Pakistaner in ihre Gewalt und verkündete ein «Todesurteil» gegen sie. Die beiden, ein Techniker und ein Fahrer, würden auf Grund «triftiger Beweise» hingerichtet, hieß es in einem Video, das die Organisation «Islamische Armee im Irak» dem arabischen Nachrichtensender El Dschasira zukommen ließ. Über das Schicksal eines irakischen Lastwagenfahrers, der zusammen mit den Pakistanern verschleppt wurde, sei noch nicht entschieden worden.

Eine andere extremistische Gruppe verschleppte zwei jordanische Fahrer, wie am Montag bekannt wurde. Die Organisation «Mudschhedin Korps» spielte einer westlichen Fernsehproduktionsfirma ein Video zu, in dem sie verlangte, dass sich der jordanische Arbeitgeber ihrer Opfer aus dem Geschäft mit dem US-Militär zurückzieht. Andernfalls würden die beiden Geiseln nach 72 Stunden ermordet.

Neue Hoffnung gab es für sieben Lastwagenfahrer - drei Inder, drei Kenianer und ein Ägypter -, die vergangene Woche gekidnappt worden waren. Ihre Entführer verlängerten in einer Video-Erklärung am Montag die Frist für die Erfüllung ihrer Forderungen, um mehr Zeit für Verhandlungen mit einem sunnitischen Vermittler und dem kuwaitischen Arbeitgeber der Fahrer zu geben. Auch hier sollte die Firma zum Rückzug aus dem Irak gezwungen werden. Wann die Frist ausläuft, war allerdings nicht klar.

Die geplante irakische Nationalkonferenz soll nach den Vorstellungen des Vorbereitungskomitees an diesem Donnerstag beginnen. Dies sagte der Vorsitzende des Komitees, Fuad Massum, am Montag in Bagdad. Die Konferenz soll einen Nationalrat wählen, der die Übergangsregierung von Ministerpräsident Ijad Allawi kontrollieren und an der Vorbereitung der ersten freien Wahlen spätestens im Januar 2005 mitwirken soll.

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