Welle von Unternehmenszusammenbrüchen erwartet
Sorgen um Banken drücken Tokioter Börse

Die Sorgen um den japanischen Bankensektor haben am Donnerstag die Börse Tokio auf ein neues 19-Jahrestief gedrückt. Dabei seien die Aktien von Grossbanken auf neue Rekordtiefstwerte gefallen, sagten Händler.

Reuters TOKIO. Aussagen eines Branchen-Vertreters in einem Zeitungsbericht, demzufolge mindestens eine der vier grossen japanischen Banken in den nächsten Monaten verstaatlicht werden könnte, hatten grosse Abgaben in Finanzwerten ausgelöst. Der japanische Geschäftsverband dementierte später, dass ein Vertreter sich so geäussert haben solle.

Der 225 führende Werte umfassende Nikkei-Index sank um 1,6 Prozent oder 135,13 Zähler auf 8 303,39 Punkte, der breitere Topix-Index um 1,5 Prozent auf 823,89 Zähler. "Egal, ob der Bericht wahr ist oder nicht, die Investoren sind extrem nervös über die Aussichten der Bankaktien, und der Bericht hat ihnen eine zusätzliche Entschuldigung für weitere Verkäufe geliefert", sagte Kazuyuki Naito, General Manager bie UFJ Tsubasa Securities.

Die Aktien der Grossbanken UFJ Holdings und Mizuho Holdings sackten um das täglich mögliche Limit ab. Der Bankenindex büsste vier Prozent ein auf 159,05 Zähler und verlor damit in den vergangenen sechs Wochen seit Amtsantritt von Heizo Takenaka als Chef der Regulierungsbehörde rund einen Viertel seines Werts. Takenaka hatte eine härtere Gangart zur Lösung der Bankenkrise angekündigt. Händler sagten, die Aussichten für die Banken seien düster. Bei einer harten Säuberung der Problemkredite, die auch Zuschüsse öffentlicher Gelder einschliessen würden, dürften die Aktionäre unter einer Verwässerung leiden. Anderseits sei ein weiteres Durchwursteln auch keine Lösung, da dies die Krise verlängern würden.

Die Bereinigung der Problemkredite dürfte auch den verschuldeten Unternehmen das Leben zusätzlich schwer machen. Experten erwarteten eine Welle von Unternehmenszusammenbrüchen. So litten etwa die Titel des Einzelhandelsunternehmens Daiei, ein grosser Kreditkunde von UFJ, unter Verlusten von über sieben Prozent.

Der Markt habe aber auch unter Abgaben im Technologiesektor gelitten. Die Papiere des Halbleiter-Ausrüsters Advantest Corp sanken fast sieben Prozent, nachdem sich US-Konkurrent Applied Materials vorsichtig zu den Aussichten der Branche geäussert hatte.

Einen Tag nach der Veröffentlichung des Wirtschaftswachstums im dritten Quartal, das eine Verlangsamung zeigte, seien auch inlandorientierte Sektoren unter Druck geraten. So schwächten sich die Aktien aus den Bereichen Brokerage, Einzelhandel und Dienstleistungen zum Teil kräftig ab.

Zu den wenigen Gewinnern gehörten Asashi Breweries, die um sieben Prozent in die Höhe schossen. CSFB hatte die Einstufung auf "neutral" von zuvor "untergewichten" angehoben. Am Freitag stehen nun die Ergebnisse wichtiger Unternehmen an. Bisher hätten die japanischen Unternehmen im Halbjahr April bis September eine durchschnittliche Gewinnsteigerung von 31 Prozent gezeigt.

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