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Weltaidskonferenz mit Spendenappellen beendetDPA-Datum: 2004-07-16 13:07:25

Bangkok (dpa) - Mit dem eindringlichen Ruf nach mehr Geld im Kampf gegen den globalen Seuchenzug von Aids und der Wahrung der Menschenrechte von Betroffenen ist am Freitag in Bangkok die 15. Weltaidskonferenz zu Ende gegangen.

Bangkok (dpa) - Mit dem eindringlichen Ruf nach mehr Geld im Kampf gegen den globalen Seuchenzug von Aids und der Wahrung der Menschenrechte von Betroffenen ist am Freitag in Bangkok die 15. Weltaidskonferenz zu Ende gegangen.

Gegen Aids gebe es keine zweite Chance, mahnte Peter Piot, Chef des Aidsprogramms der Vereinten Nationen (Unaids). «Freunde, um es kurz zu machen, Aids hat die Regeln neu geschrieben», sagte Piot zum Abschluss. Die Gemeinschaft müsse darauf reagieren und das gleiche tun. «Alle nötigen Werkzeuge dafür liegen in unseren Händen.» Es sei jetzt die gemeinsame Verantwortung, das gesammelte Geld für die Bedürftigen arbeiten zu lassen, sagte Piot. Dazu gehöre es, den betroffenen Ländern nicht von außen vorzuschreiben, was sie zu tun hätten.

Die Länder müssten stattdessen Hilfe zur Selbsthilfe erhalten. «Aids kann nicht von eingeflogenen Ärzten aus den reichen Ländern behandelt werden», ergänzte der Unaids-Chef. Darüber hinaus verlangte er, stärker an chemischen Verhütungs- und Virenschutzmitteln für Frauen (Mikrobizide) und an einem Impfstoff zu arbeiten. Solche Produkte zeichnen sich zurzeit nicht ab.

Zwar gelte es auch künftig, Kondome und saubere Nadeln für Drogenabhängige zu verteilen, «aber wir brauchen mehr als das», sagte der oberste Aidsdiplomat. Dies bedeute Bildung für Mädchen und gleiche Rechte für Frauen und Männer. Zudem müsse der Teufelskreis aus Armut, schlechter Ernährung und HIV-Infektionen beendet werden. Im Laufe der Konferenz hätten Thailand, Kanada, Großbritannien, Australien, die EU und die Gates-Stiftung neue finanzielle Zusagen für den Globalen Aidsfonds gemacht.

«Ich appelliere an alle Geberstaaten, ihren Teil beizutragen», sagte Piot. Auch Deutschland war in diesem Zusammenhang in der thailändischen Hauptstadt immer wieder genannt worden. Piot wies zudem darauf hin, dass Afrika jedes Jahr 15 Milliarden Dollar (gut 12 Milliarden Euro) für seine Schulden zahle - «mehr als vier Mal so viel wie für Bildung und Gesundheit - den Grundsteinen der Antwort auf Aids.»

Für den stürmisch begrüßten Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela ist «der Kampf gegen Aids eine der größten Herausforderungen, denen sich die Welt im 21. Jahrhundert gegenüber sieht». Die Opfer von HIV und Aids dürften nicht vergessen oder auf bloße Statistiken reduziert werden. Auch Mandela wiederholte eindringlich seine Forderung, den Globalen Fonds gegen Aids, Tuberkulose und Malaria zu unterstützen.

Der Direktor der Weltgesundheitsorganisation, Jong Wook Lee, kündigte an, weiterhin Präventionsprogramme wie den Gebrauch von Kondomen zu unterstützen. Lee verlangte zudem, das Motto der Konferenz «Zugang zur Hilfe für alle» auch wirklich umzusetzen.

Die 16. Weltaidskonferenz findet im August 2006 im kanadischen Toronto statt. Dann soll die Registrierungsgebühr (800 bis 1000 Dollar in Bangkok) sinken, um noch mehr Menschen aus Entwicklungsländern die Teilnahme zu ermöglichen - dort leben rund 95 Prozent aller Infizierten. Während des sechstägigen Treffens haben sich weltweit rund 84 000 Menschen neu infiziert. Weltweit leben etwa 38 Millionen Menschen mit dem Virus.

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