Weltcup-Auftakt der Skilangläufer
Schnee-Spektakel vom Winde verweht

Vom Winde verweht - der Weltcup-Auftakt der Skilangläufer am Rheinufer in Düsseldorf musste am Sonntag nach der Staffel-Qualifikation abgebrochen werden. Orkanböen mit bis zu 150 Stundenkilometern machten die Fortsetzung des eine Millionen Euro teuren Spektakels unmöglich.

HB/dpa DÜSSELDORF. "Wir waren zwar gut vorbereitet, aber gegen solch ein Unwetter machtlos", sagte der Technische Direktor Christian Egli. Reibungslos verlief dagegen am Samstag die Einzelwertung, die bei den Damen auf dem 650 m langen Kunstschnee- Rundkurs die Norwegerin Marit Bjoergen gewann. Bei den Herren triumphierte der Schwede Peter Larsson.

"Es war absolut richtig, abzubrechen. Wir müssen auch an die Sicherheit der Sportler und der Zuschauer denken", sagte der deutsche Cheftrainer Jochen Behle. Umherfliegende Regenschirme und Plakate, umgekippte Absperrgitter und bedenklich wackelnde Podeste für die TV- Kameras am Loipenrand ließen das komplette Programm nicht zu. "Und diese Böen waren nur die Vorboten auf das, was noch kommt", sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Nach Angaben des Renndirektors des internationalen Ski-Verbandes (FIS), Bengt Erik Bengtsson, wird der Staffel-Wettbewerb nicht wiederholt.

Wesentlich reibungsloser verlief am Tag zuvor nur 30 Meter über dem Meeresspiegel und im Schatten von großen Häusern anstatt von hohen Bergen die Einzelwertung der Sprinter am Rheinufer. Die nach Angaben des Ausrichters rund 350 000 Besucher sahen an beiden Veranstaltungstagen eine schwache deutsche Mannschaft und dominierende Skandinavier. Für die Olympia-Zweite Evi Sachenbacher (Reit im Winkl) war bereits im Viertelfinale Endstation. Sie wurde Neunte. "Ausscheiden im Viertelfinale ist zwar früh, aber nicht schlimm. Schließlich stehen wir erst am Anfang der Saison", so Evi Sachenbacher, die "ein wenig die Berge im Hintergrund" vermisste.

Der Stimmung taten aber weder fehlende Berge noch schwache sportliche Leistungen des DSV-Teams einen Abbruch. "Die Leut' hom scho' gescheit angefeuert", fand Evi Sachenbacher. Wer nicht gerade "gescheit anfeuerte", der genoss bei Temperaturen um die 14 Grad Eierpunsch und Kaiserschmarrn - zünftige Blasmusik inklusive. "Die Veranstaltung war eine gute Show. Ich habe es genossen", meinte Siegerin Marit Bjoergen. Und eine Besucherin fand: "Das ist so toll, dass müsste es öfter geben."

Beste einheimische Läuferin bei der Ski-Weltcup-Premiere in einer deutschen Großstadt war Claudia Künzel (Oberwiesenthal). Die 24- Jährige landete auf dem achten Platz. "Am Ende war ich einfach platt. Da konnte ich nicht mehr zulegen", sagte die Olympiasiegerin, die mit der Mannschaft in Salt Lake City Gold gewonnen hatte.

Bester Deutscher war vor der Kulisse des Rheins und vorbeifahrenden Schiffen René Sommerfeldt (Oberwiesenthal), der Siebter wurde. "Mit dem, was ich heute erreicht habe, bin ich sehr, sehr zufrieden", sagte Sommerfeldt, der wie Claudia Künzel gleich zum Weltcup-Auftakt das Ticket für die WM im italienischen Val di Fiemme löste.

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