Welteke: 56 Filialen sollen geschlossen werden
Bundesbank will zehn Prozent der Stellen streichen

Die Deutsche Bundesbank will zehn Prozent der insgesamt 16 000 Arbeitsplätze abbauen. Dieses Ziel für die nächsten vier bis fünf Jahre bestätigte Bundesbankpräsident Ernst Welteke am Freitag in Frankfurt.

dpa FRANKFURT/M. Die ersten Einschnitte wird es zunächst in den 56 Zweiganstalten geben, die bis spätestens 2007 geschlossen werden. Dort sind alleine 1800 Beschäftigte betroffen. Nach den Beschlüssen des neuen Bundesbank-Vorstands sollen 1000 Personen vorzeitig ausscheiden. 800 Mitarbeiter können in den verbleibenden Bundesbank-Filialen arbeiten. Am stärksten sind von dieser Entscheidung Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg betroffen. Auf die neuen Länder kommen dagegen nur drei Filialschließungen zu.

Welteke begründete die Entscheidung der neuen Bundesbankspitze mit veränderten Realitäten, denen sich auch sein Haus stellen müsse. Die Personalstärke sei an den Aufgaben der Notenbank auszurichten und nicht umgekehrt. Ein Teil davon sei durch die Einbindung in das Europäische System der Zentralbanken (ESZB) mit der EZB an der Spitze weg gefallen. Darüber hinaus werde durch Fusionen in der Kreditwirtschaft ein Teil der regionalen Infrastruktur nicht mehr benötigt. Schließlich vereinfache die Computertechnik die Arbeitsabläufe. Der Personalabbau werde aber sozialverträglich und ohne Kündigungen vollzogen.

Der Bundesbankpräsident kritisierte einige frühere Landeszentralbankpräsidenten, die in den vergangenen Jahren keine Anpassungen vorgenommen hätten. Wegen ihres Widerstands gegen die Zentralisierung der Bundesbank sei vielfach neu gebaut und die Belegschaft gehalten worden. Dort seien nun die größten Anpassungen notwendig. Während in einigen Bundesländern auf eine Million Einwohner 125 Bundesbank-Beschäftigte kämen, seien es in anderen 225. Eine Institution, die bundesweit die gleiche Leistung anbiete, könne so nicht mit öffentlichen Geldern umgehen.

Nach der Reform des Bundesbank-Gesetzes besteht seit 1. Mai ein achtköpfiger Vorstand, dem die früheren Landeszentralbanken unmittelbar unterstellt sind. Auch die Präsidenten der regionalen Hauptverwaltungen (früher Landeszentralbanken) sind seit der Neuordnung weisungsgebunden. Deshalb kann der Vorstand nun auch Entscheidungen bis in die kleinste Niederlassung durchsetzen.

Nach Darstellung von Welteke hat es auch im neuen Vorstand zum Teil sehr kontroverse Debatten über die neue Struktur und die künftigen Aufgaben der Bundesbank gegeben. Es seien dann aber zahlreiche Beschlüsse einvernehmlich gefasst worden. Nun könne man beginnen, die Effizienz zu steigern.

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