Welternährungsgipfel in Rom
Simbabwe setzt angeblich Nahrungshilfen als politische Waffe ein

Simbabwe setzt nach Angaben internationaler Hilfsorganisationen Nahrungshilfen als politische Waffe gegen die Opposition ein. Darauf wies der Chef der US-Hilfsorganisation USAID, Andrew Natsios, angesichts der drohenden Hungersnot in dem südafrikanischen Land hin.

dpa ROM. Zugleich rief Bundesverbraucherministerin Renate Künast am Dienstag beim UN-Welternährungsgipfel in Rom die Regierungen der Dritten Welt auf, stärker als bisher konkrete Pläne im Kampf gegen den Hunger aufzustellen. Regierungsunabhängige Organisationen machten in Rom vor allem gegen den Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft mobil.

Natsios verwies auf Berichte von unabhängigen Hilfsorganisationen, wonach die Regierung in Simbabwe dafür sorge, dass solche Regionen, in denen die Menschen bei den Wahlen für die Opposition gestimmt haben, keine oder nicht genügend Nahrungslieferungen erhielten. "Dies ist ein sehr schwerer Vorwurf", sagte Natsios am Dienstag in Rom. Nach UN-Zahlen sind in Simbabwe, Malawi und weiteren Ländern im südlichen Afrika mehr als zehn Mill. Menschen vom Hunger bedroht. Auch in der simbabwischen Hauptstadt Harare würden Lebensmittel knapp. Schuld seien neben der Dürre die politische und wirtschaftliche Verschlechterungen unter Staatschef Robert Mugabe, heißt es in Rom.

Künast forderte, die Regierungen im Süden müssten sich beim Kampf gegen den Hunger von den Geberländern fragen lassen: "Was tut Ihr denn?". Die Regierungen müssten eine eigene Strategie aufstellen und konkrete Schritte tun. "Das ist auch Eure Pflicht, das entsprechend zu organisieren", sagte mit Blick auf die Dritte Welt. Wichtigster Ansatz sei "die Stärkung des ländlichen Raumes". Frau Künast deutete aber auch die Notwendigkeit an, Korrekturen am Welthandel vornehmen. "Der Welthandel muss so organisiert werden, dass auch die armen Länder etwas davon haben."

Das Forum Umwelt & Entwicklung rief beim "Alternativ-Gipfel" am Stadtrand von Rom die UN dazu auf, gentechnische "Abhängigkeits- Technologien" in der Landwirtschaft zu ächten. Diese verschlechterten die Lage der Bauern im Süden auf längere Sicht. So gebe es etwa Verfahren, Nahrungspflanzen gentechnisch unfruchtbar zu machen: Die Bauern können dadurch nicht einen Teil der Ernte als Samen verwenden, sondern müssten für jede Aussaat neues Saatgut kaufen. "Die bedeutet einen fatalen Schlag für die Nahrungssicherheit." Die FAO sprach sich allerdings in einer Erklärung in Rom erneut für den Einsatz der Biotechnologie zur Steigerung der Agrarproduktion aus.

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