Weltmeister schielt erstmals auf Gesamtführung
„Schumis“ freuen sich auf 100. Bruder-Duell

Verhaltene Reaktionen löst die beeindruckende Bestmarke bei den beiden Jubilaren aus: Michael und Ralf Schumacher freuen sich zwar auf ihr 100. Bruder-Duell am Sonntag beim Großen Preis von Österreich, messen diesem aber keine all zu wichtige Bedeutung bei. "Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass wir schon so oft gegeneinander angetreten sind", sagte der Jüngere (Ralf). "Es war manchmal ganz schön eng und spannend." Der Große (Michael), der in diesem Vergleich deutlich die Nase vor hat, wünscht sich "noch viele spannende Rennen".

HB/dpa SPIELBERG. Auf dem A1-Ring spricht jedoch mehr für eine Solovorstellung Michael Schumachers. Williams-BMW ist derzeit zu schwach, um Ferrari ernsthaft Paroli bieten zu können. "Der FW25 hat Potenzial für ein Siegerauto; wir haben das aber noch nicht ausgeschöpft", räumte Ralf Schumacher am Donnerstag ein, "dafür brauchen wir noch Monate." Allenfalls die McLaren-Mercedes mit Überraschungsspitzenreiter Kimi Räikkönen scheinen in der Lage zu sein, Michael Schumachers Vormarsch stoppen zu können.

Der fünfmalige Formel-1-Weltmeister hat nach seiner Fehlerserie in den ersten drei Rennen wieder zu alter Stärke gefunden und zur erfolgreichen Aufholjagd auf die Silberpfeile angesetzt. In der Steiermark will der 34 Jahre alte Kerpener endlich erstmals in dieser Saison die WM-Führung übernehmen. "Das wäre für uns natürlich das ideale Ergebnis", sagte der aktuelle WM-Zweite (28 Punkte), der vier Punkte weniger als Räikkönen (32) hat.

In Spielberg hat Michael Schumacher einiges gut zu machen. Noch immer hängt ihm der Makel des sportlich unfairen Vorjahreserfolgs an, der nur durch den Bremsbefehl von Ferrari-Teamchef Jean Todt an Rubens Barrichello zu Stande kam. Das Rennen gilt seither als "Grand Prix der Schande"; die skandalöse Stallorder hatte einen Sturm der Empörung und Enttäuschung ausgelöst.

Am Sonntag (Start: 14.00 Uhr/live in RTL und Premiere) soll alles sportlich reell ablaufen. Schumacher vertraut auf das Potenzial des neuen F2003-GA, was er bei seinem Sieg in Spanien "noch nicht ganz zeigen konnte". Auch Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug sieht die Roten als erste Siegeskandidaten: "Ferrari ist klarer Favorit."

Indes hat der scheidende BMW-Motorsportdirektor Gerhard Berger erneut scharfe Kritik an Partner Williams geübt und eine Trennung nicht ausgeschlossen. "So lange noch kein neuer Vertrag mit Williams abgeschlossen ist - vor allem ein Vertrag, der BMW die Perspektive aufzeigt, Weltmeister zu werden -, so lange ist noch alles möglich", sagte der Österreicher in einem Interview der Münchner "Abendzeitung" Es gebe Alternativen, erklärte er: "Wir haben diese Möglichkeiten nur noch nicht auf Herz und Nieren geprüft, weil wir in erster Linie mit Williams eine Lösung finden wollen." Der Vertrag zwischen dem bayerischen Automobilkonzern und dem englischen Rennstall endet nach der Saison 2004.

Im Vorfeld des Grand Prix hat Hobby-Kicker Michael Schumacher mit der Piloten-Mannschaft bei einer Benefizpartie in Nova Gorica gegen eine slowenische Prominenten-Auswahl 100 000 ? eingespielt. Der Erlös fließt an eine Rehabilitationsklinik in Ljubljana, wo Kinder behandelt werden, die während des Bosnienkrieges durch Minen verletzt wurden. Das Spiel endete 4:4, Schumacher erzielte ein Tor.

Das Training am Freitag und Samstag droht zur Rutschpartie zu werden. "Derzeit haben wir auf der Strecke Bedingungen wie im Winter, denn der gelbe Staub der Fichtenblüte sorgt in Verbindung mit dem Regen für einen Glatteis-Effekt", sagte A1-Ring-Manager Hans Geist. Bis zum Rennen soll sich die Lage normalisiert haben.

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