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Weltmeister?

Wir sind Export-Weltmeister. Aber das lag vor allem am schwachen Euro. Damit aber ist es vorbei. Die Exportwirtschaft muss sich auf ein echtes Horror-Szenario einstellen.

Erinnern Sie sich? Deutschland ist wieder Weltmeister geworden! Nicht nur im Damenfußball, auch beim Export. Zugegeben, es gehört schon einiges dazu, die Weltmärkte zu erobern, wenn man dies im Rahmen dieser deutschen Wirtschaftspolitik tun muss. Der Gewinn der Exportweltmeisterschaft ist kein Beweis dafür, dass sich die Rahmenbedingungen in Deutschland bereits gebessert hätten. Die Unternehmen hier zu Lande haben sich auf die schwierigen Verhältnisse eingestellt.

Der billige Euro hat dabei geholfen. Damit aber ist es vorbei. Der Euro steigt - und die Augen nicht nur der Exporteure ruhen nervös auf den Kurscharts des Greenbacks. Wenn der Kurs des Euros über das augenblickliche Niveau hinaus deutlich steigen würde, dann hätten die Exporteure ein echtes Problem, weil ihre Waren im internationalen Konkurrenzkampf nicht mehr so wettbewerbsfähig wären. Damit würde ein wichtiges Fundament der wirtschaftlichen Entwicklung wegbrechen. Für die meisten Exporteure ist ein Euro-Wechselkurs von 1,25 Dollar schon ein Horrorszenario.

Nun, dabei wird es kaum bleiben. Die Situation heute weist viele Parallelen zu jener in den achtziger Jahren auf. Das doppelte Defizit der US-Volkswirtschaft wird - wie damals - auch heute nur über den Wechselkurs ausgeglichen werden können. Wenn man - wie es eine deutsche Großbank jüngst in einem vertraulichen Kundenbriefing tat - die Wechselkursentwicklung aus jener Zeit mit der von heute vergleicht, dann stehen wir erst am Anfang einer langen Euro-Aufwertung, die gut und gerne bis 1,42 Dollar reichen kann.

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