Weltmeisterschaft in Frankreich
Fehlstart für das deutsche Leichtathletik-Team

Den deutschen Leichtathleten schwimmen an der Seine die Felle davon. Selbst 400-m-Riese Ingo Schultz erlebte ein Debakel und konnte das schwarze Wochenende bei den 9. Weltmeisterschaften in Paris nicht verhindern. Der Europameister aus Hamburg wurde am Sonntag in seinem Halbfinallauf mit 46,02 Sekunden nur Siebter und verpasste den Endlauf.

HB/dpa PARIS. Vor zwei Jahren war "Super-Ingo" in Edmonton mit persönlicher Bestzeit von 44,66 noch in den Endlauf gestürmt und hatte dort sensationell Silber gewonnen.

"Es ist das Schicksal der ersten Tage, dass es nicht nur erfreuliche Ergebnisse gibt", meinte Rüdiger Nickel, Vizepräsident Leistungssport im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV). "Ich sehe keinen Trend zu einer besonders erfolgreichen oder katastrophalen WM." Ziel der DLV-Mannschaft ist die Verteidigung von Platz drei in der Nationenwertung.

Nicht einmal die ohnehin bescheidenen Hoffnungen gingen an den ersten beiden Wettkampftagen im imposanten Stade de France auf. Bereits am Samstag mussten vier DLV-Starter ihre Koffer packen. Auch für die Ex-Weltmeister Franka Dietzsch (Diskus) und Karsten Kobs (Hammer) glich das bittere Aus in der Qualifikation einem Debakel. "Das waren zwei Enttäuschungen, denn auf Grund der Vorleistungen musste man mehr erwarten", sagte DLV-Präsident Clemens Prokop. Auch Hindernisläufer Filmon Ghirmai und Stabhochspringerin Carolin Hingst schieden aus. Am Sonntag scheiterten neben Schultz 100-m- Sprinter Alexander Kosenkow und Claudia Marx (400 m) wie erwartet bereits im Vorlauf. "Ich ärgere mich sehr", gestand die Berlinerin. "Aber für die Staffel gelobe ich Besserung."

Sprinter deckten Karten nicht auf

Zu den wenigen Lichtblicken des deprimierenden Auftakt-Wochenendes zählten Platz sechs von Kugelstoßer Ralf Bartels (Neubrandenburg) mit achtbaren 20,50 m und der achte Rang von Geherin Melanie Seeger aus Potsdam, die in 1:29:44 Stunden ihren eigenen deutschen Rekord einstellte. Der fünfmalige Diskus-Weltmeister Lars Riedel (Chemnitz) und sein Kollege Michael Möllenbeck (Wattenscheid) erreichten den Endkampf der besten 12 ohne Probleme. Riedel leistete Maßarbeit: Mit 64,51 m blieb er gleich im ersten Versuch genau einen Zentimeter über der Qualifikationsweite. "Ich wollte einen Nervenkrieg vermeiden", sagte der 36-Jährige.

Die Sprinter deckten ihre Karten erwartungsgemäß noch nicht auf. Vorlauf-Schnellster über 100 m war Asafa Powell aus Jamaika in 10,05 Sekunden. Weltrekordler Tim Montgomery kam auf 10,07, der dreimalige Champion Maurice Greene (beide USA) ließ es mit 10,18 ganz ruhig angehen.

In einem superschnellen 10 000-m-Finale der Frauen feierten Äthiopiens Frauen durch Berhane Adere (30:04,18 Minuten) und Werknesh Kidane (30:07:15) am Samstagabend einen Doppelerfolg. Weltmeister im Kugelstoßen wurde der Weißrusse Andrej Michnewitsch mit 21,69 m. Das 20 km Gehen gewannen Jefferson Perez als erster Leichtathletik- Weltmeister Ekuadors und die Russin Jelena Nikolajewa.

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