Weltölpreise relativ stabil
Opec lässt Förderquoten unverändert

Die Erdöl-Staaten sehen stabile Preise und kein Grund zum Handeln - trotz des irakischen Exportstopps. Die EU fordert unterdessen von der Opec, für niedrigere Ölpreise zu sorgen. Finanzminister besorgt wegen hohem Ölpreis

jsn DÜSSELDORF. Ungeachtet des irakischen Exportstopps hat die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ihre Förderquote unverändert gelassen. Angesichts hoher Lagerbestände und stabiler Preise sei eine Änderung der Förderquoten nicht nötig, sagte Opec-Präsident Chakib Khelil aus Algerien gestern nach einem Treffen der Ölminister in Wien. Am 3. Juli will die Opec sich wieder treffen. Opec-Generalsekretär Ali Rodriguez erklärte, die Dauer des irakischen Exportstopps sei nicht bekannt. Deshalb hätten die anderen zehn Kartellmitglieder ihre Produktionsziele erst einmal unverändert gelassen. Der saudische Ölminister Ali Naimi versicherte: "Es wird keinen Engpass auf den Weltölmärkten geben. Wir werden notfalls in die Bresche springen."

Die EU-Kommission zeigte sich unterdessen "besorgt" über den irakischen Exportstopp. Sie appellierte an das "Verantwortungsbewusstsein" der Opec-Staaten. Diese müssten bei ihrem Treffen in Wien "alle möglichen Maßnahmen ergreifen, um den aktuellen Preis zu halten oder ihn sinken zu lassen", sagte ein Sprecher in Brüssel. Naimi beruhigte, Anfang Juli könne die Opec die Situation besser beurteilen und noch rechtzeitig gegensteuern. Im dritten Quartal wird mit einem kräftigen Anstieg der Weltölnachfrage gegenüber dem Frühjahr und Sommer gerechnet.

Auf den Weltölmärkten hat es bei den Rohölnotierungen bisher nur leichte Aufschläge gegeben. Der irakische Ausfall sei von den Märkten bereits vorweggenommen worden, sagte Professor Dieter Schmitt, Energie-Experte von der Universität Essen. Die Verfassung der Weltölmärkte bleibe außerordentlich labil.

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