"Weltpolitische Lage blockiert die Märkte"
Analysten: Dax-Abwärtstrend ist völlig intakt

Charttechniker gehen kurzfristig weiter von einem volatilen Verlauf im Dax aus. Einige Analysten halten auch den Test neuer Tiefstände für möglich.

vwd FRANKFURT. So hält Heinz Stork vom Börsenhändler Nols es grundsätzlich für möglich, dass das bisherige Jahrestief bei 2 433 Punkten in den kommenden Tagen wieder getestet wird. Das könne schnell der Fall sein, wenn der Dax unter dem Niveau von 2 519 Punkten schließen sollte. Bei der für einen solchen Fall im Anschluss zu erwartenden Abwärtsbewegung sollte aber die Marke von 2 433 Zählern halten; falls nicht, könne der Dax schnell bis auf 2 380, im schlimmsten Fall sogar bis auf 2 200 Punkte fallen, so Stork.

Nach oben dürfte sich der Weg als wesentlich holpriger erweisen, so der technische Analyst. Wie die jüngste Korrektur zeige, fehlten am Markt einfach die Anschlusskäufe für eine nachhaltige Erholung im Dax. Gegenbewegungen seien vielmehr fast ausschließlich auf Short-Eindeckungen zurückzuführen, so Stork weiter. Charttechnisch betrachtet müsste der Dax zur Einleitung einer Aufwärtsbewegung zunächst über den Marken von 2 519 und 2 563 Stellen schließen. Erst dann würde der Index in die Trading-Range zwischen 2 563 und 2 802 Punkten münden. Den Indikatoren misst Stork gegenwärtig keine große Bedeutung zu.

Eine volatile Seitwärtsbewegung erwartet auch Manfred Wolter von der Landesbank Rheinland Pfalz. Er hält eine Trading-Range zwischen 2 433 und 2 600 Zählern am wahrscheinlichsten. Bei ruhigen Umsätzen dürfte der Handel dabei von "absoluter Zurückhaltung" geprägt sein. Die weltpolitische Lage blockiere die Märkte derzeit nahezu vollkommen. Dieser Knoten sei wohl erst durch den Kriegsausbruch im Irak zu lösen. Bei einem erfolgreichen Kriegsverlauf hält Wolter es im Idealfall für möglich, dass der Dax bis 3 440 Punkte steigen könnte.

Die Erholung würde sich seiner Einschätzung nach bis ins zweite Quartal 2003 hineinziehen. Allerdings würde es sich auch hierbei lediglich um eine technische Korrekturbewegung handeln. Im Anschluss daran erwartet der Analyst auf Grund der schwachen konjunkturellen Lage einen Einbruch des Marktes im zweiten Halbjahr. Neue Jahrestiefs in den nächsten Tagen hält Klaus Deppermann von der BHF-Bank für durchaus möglich. Der Dax könnte seiner Meinung nach bis auf ein Niveau von etwa 2 .300 Stellen fallen. Der Abwärtstrend sei einfach noch intakt, heißt es zur Begründung.

Die vergleichsweise dünnen Umsätze sprächen dafür, dass der Tiefpunkt noch nicht erreicht sei. Denn typisch für eine Trendwende seien vielmehr erhöhte Volumen bei Tiefstständen. Deppermann hält daher noch einen "bereinigenden Ausverkauf" im kleineren Maße für notwendig, bevor eine längerfristige Erholung einsetzen könne, die bis zu sechs Monaten anhalten könnte.

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