Weltpresse würdigt Kerpener
Schumi feierte bis zum Morgengrauen

Die schier unerträgliche Spannung im Ferrari-Team entlud sich nach dem spannenden Saisonfinale in der Formel 1 in einer deftigen Sause. Doch auch die Herausforderer des neuen Rekord-Champions stimmten sich wortgewaltig schon einmal auf das neue Jahr ein.

HB SUZUKA. Weit nach Mitternacht drehte der Rekordweltmeister noch einmal auf. Michael Schumacher stürzte sich in das Gewühl zwischen den Karaoke-Häuschen im Garten des Suzuka Circuit Hotels, schnappte sich ein Mikrofon und sang aus voller Kehle. Bis in die frühen Montagmorgen feierte der Kerpener seinen historischen sechsten Titel laut und fröhlich, nachdem er zuvor mit seinem Ferrari-Team in einem Restaurant das Ende eines denkwürdigen Tages genossen hatte. Endlich löste sich die Anspannung eines Kräfte und Nerven zehrenden Jahres. Von der Erschöpfung nach seinem schwer erkämpften entscheidenden achten Platz beim Großen Preis von Japan war nichts mehr zu spüren.

Auch nach dem historischen Triumph fühlt sich der deutsche Renn-Held, den Bundesinnenminister Otto Schily in "Der Welt" als einen "der wichtigsten Botschafter Deutschlands in der Welt" bezeichnete, künftigen Herausforderungen und Belastungen gewachsen. "Es gibt keinen Grund für mich aufzuhören, vor allem, wenn ich noch gut bin und konkurrenzfähig", versicherte der 34-Jährige, der immer wieder Rücktrittsgerüchten ausgesetzt ist. Auch sein Manager ist von einer Fortsetzung der Erfolgsära überzeugt. "Natürlich werden jetzt wieder viele fragen, warum Michael seinen Helm mit dem großen Triumph nicht an den Nagel hängt. Leute, Michael fährt weiter!", erklärte Weber in einem Beitrag in der Münchner "Abendzeitung": "Er setzt sich nicht in seinen Ferrari, um den siebten, achten und neunten Titel zu holen, sondern weil er einen wahnsinnigen Spaß am Rennfahren hat."

Schumachers Herausforderer stimmten sich schon einmal auf das neue Jahr ein. Beim feucht-fröhlichen Saisonkehraus zwischen den Bars und Buden sangen Juan Pablo Montoya, Japan-Sieger Rubens Barrichello, Fernando Alonso und Ralf Schumacher gemeinsam nicht schön, aber laut den Queen-Song "We are the champions", bis die Sicherung raussprang. Nur Vizeweltmeister Kimi Räikkönen fehlte in der Team-übergreifenden "boy group", die im neuen Jahr Schumachers Ära beenden will.

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