Welttierschutztag
Tierschutzbund kritisiert quälerische Tierhaltung

dpa BONN. Der Deutsche Tierschutzbund hat der Bundesregierung vorgeworfen, durch unzureichende Vorschriften die Quälerei von Schweinen und Legehennen zuzulassen. In deutschen Ställen sei eine "tierquälerische Schweinehaltung" an der Tagesordnung, kritisierte Tierschutzbund-Präsident Wolfgang Apel am Montag in Bonn anlässlich des Welttierschutztages an diesem Mittwoch. Der Deutsche Bauernverband (DBV) warnte dagegen vor unrealistischen Auflagen im Sinn des Tierschutzes.

Zur Legehennen-Haltung habe Bundeslandwirtschaftsminister Karl- Heinz Funke (SPD) keine Verordnung vorgelegt, die mit dem Tierschutz und dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vereinbar sei, kritisierte Apel. Offenbar gebe Funke dem Druck der Agrarindustrie nach und verschleppe das Problem.

Artgerechte Zuchtbedingungen für Schweine angemahnt

Zuchtsauen werden nach Apels Einschätzung ohne Auslauf in viel zu enge Kästen gepfercht. Mastschweine vegetierten auf Spaltböden ohne Bewegungsmöglichkeit dahin. Zudem gehöre es zur Tagesordnung, den Tieren ohne Betäubung die Zähne abzuschleifen und die Schwänze zu stutzen. Die deutsche Schweinehaltungs-Verordnung sei auf Grund formeller Fehler ohne Rechtsgrundlage, sagte Apel. Auch der Bund gegen Missbrauch der Tiere in München mahnte artgerechte Zuchtbedingungen für Schweine an.

Der DBV wies die Kritik zurück. Teilweise gingen die deutschen Anforderungen zum Halten von Schweinen, Kälbern und Hennen über die in anderen EU-Ländern weit hinaus. Verbraucher könnten außerdem Produkte aus Freilandhaltung oder Milch von Kühen direkt vom Hof bekommen. Auch der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) in Münster wies die Kritik an der Schweinehaltung als "realitätsfremd und damit unredlich" zurück. Es gebe klare gesetzliche Regelungen, die regelmäßig von Ordnungsämtern und Tierärzten kontrolliert würden.

Der Tierschutzbund kritisierte auch die Tiertransporte. Die Politiker seien hier "handlungsunwillig", sagte Apel. Nach wie vor würden jährlich mehr als 250 Mill. Schlachttiere quer durch Europa transportiert. Diese Transporte seien gesetzlich sanktioniert und würden mit Steuergeldern subventioniert.

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