Weltweit anlegende Aktienfonds
Fondsexperten setzen auf Konsum und Gold

Mit sehr speziellen Strategien erzielen die international agierenden Vermögensmanager Erfolge. Morgan Stanley konzentriert sich auf Aktien von Unternehmen mit Markennamen. Die Jens Ehrhardt Kapital AG sucht ihr Heil im Rohstoffbereich und einer hohen Barquote zur Risikoabfederung.

HB/vwd FRANKFURT/M. Auch seiner Vorliebe für Konsumgüter schreibt Hassan Elmasry das gute Abschneiden des Morgan Stanley Global Brands Fund A im aktuellen Vergleich zu. Der Fonds belegt mit einem Zwölfmonats-Wertgewinn per Ende April von 19,72 % den ersten Platz unter 302 international anlegenden Aktienfonds. Gute Umsätze von Markenunternehmen ("Global Brands") wie Campari, Cadburry Schweppes und Danone hätten die Performance des Fonds in den vergangenen Monaten zusätzlich unterstützt. "Relativ gesehen hat sich unsere Null-Gewichtung für Werte aus den Bereichen Informationstechnologie, Telekommunikationsdienstleistungen und Gesundheitswesen bezahlt gemacht", berichtet Elmasry.

Er sei mit der jetzigen Zusammensetzung des Portfolios sehr zufrieden. Zu größeren Umstrukturierungen des Fonds gebe es bis Jahresende keinen Anlass, obwohl, wie Elmasry einräumt, "die Aussichten unsicher sind und die Aktienmärkte schwankungsanfällig bleiben". Er konzentriere sich auf 20 bis 40 Werten mit einer starken Value-Tendenz, d. h. auf unterbewertete Substanztitel. Die drei größten Positionen im Portfolio seien Reckitt Benckiser und Cadburry Schweppes mit jeweils rund 7 % Quote sowie British American Tobacco mit 5 %. Das Management von Cadburry Schweppes, die Nummer drei unter den weltweiten Softdrinkherstellern, konzentriere sich ganz auf das Kerngeschäft und stoße andere Bereiche ab: "Das bringt einen starken Cash Flow, mit dem der Unternehmenswert verbessert werden soll."

Auf einen "aktiven, völlig von Indexüberlegungen losgelösten Investmentansatz" führt Eberhard Weinberger, Vorstand der Dr. Jens Ehrhardt Kapital AG, München, den zweiten Rang des von ihm betreuten Astra-Fonds FI zurück. Auch erstklassige, günstig bewertete Titel mit überdurchschnittlicher Bilanzqualität vornehmlich aus dem Bereich der mittelgroßen Aktien hätten zum guten Ergebnis beigetragen. Der Fonds der Schmidbank-Investmenttochter Franken-Invest bringt es auf einen Wertgewinn von 17,50 %. Er wird seit Juli 1995 von dem Münchener Unternehmen betreut.

Im Rückblick würde Weinberger nach eigenem Bekunden deshalb auch keine seiner Entscheidungen anders treffen. "Es wäre allenfalls besser gewesen, einen noch höheren Goldanteil als den ohnehin schon völlig branchen-atypisch hohen von mehr als 13 % im Astra-Fonds zu haben", meint er. 21,52 % des Fondsvermögens entfallen auf Rohstoffwerte, 13 % auf Bankenaktien und 8 % auf Chemietitel.

Weinberger setzt nach eigenen Angaben vor allem auf deutsche und südafrikanische Unternehmen. Die einen seien unterbewertet, die anderen in der Goldbranche aktiv. Gold Fields führten mit einer Gewichtung von über 5 % die Liste der wichtigsten Einzelwerte an. Rund 5 % entfielen auf die K+S AG, die Erste Bank der Österreichischen Sparkassen AG komme auf einen Anteil von 4 %. Als beste Entscheidung der vergangenen Monate bezeichnet Weinberger die Barquote von fast 50 % vor den September-Attacken sowie die anschließende volle Reinvestition der Mittel durch Zukauf von Standardaktien, Goldtiteln und mittelgroßen Werten - auch aus dem MDax.

Weinberger will auch in Zukunft vor allem auf Gold setzen. Die fundamentale Situation sei günstig, seit Jahren übersteige die Nachfrage das Angebot. Überdies sei die internationale Finanzgemeinde immer noch unterinvestiert: "Bereits geringe Umschichtungen würden beträchtliche Preissteigerungen auslösen." Trendmarkt Nummer zwei sei für ihn Japan. Er wolle weiterhin auf defensive Substanzwerte, Sondersituationen wie Russland und Japan, Goldminen und Öltitel setzen.

Quelle: Handelsblatt

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