Weltweit rund 2000 Klagen
Bayer schließt erste Lipobay-Vergleiche

Außergerichtlich einigte der Pharmahersteller mit etlichen Klägern in den USA. Ein Schuldanerkenntnis sei damit aber nicht verbunden, hieß es.

dpa LEVERKUSEN. Gut ein Jahr nach dem Vermarktungsstopp für den Cholesterinsenker Lipobay/Baycol, der im vergangenen Jahr weltweit mit dem Tod von rund 100 Menschen in Verbindung gebracht wurde, hat der Hersteller Bayer erste Vergleiche mit Klägern in den USA geschlossen. "Richtig ist, dass in einigen Einzelfällen ein außergerichtlicher Vergleich geschlossen wurde", sagte ein Sprecher des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer am Mittwoch in Leverkusen. Zur genauen Zahl dieser Fälle sowie zu der Höhe der Bayer-Zahlungen machte er keine Angaben. Ein Schuldanerkenntnis sei mit den außergerichtlichen Vergleichen nicht verbunden, betonte er.

Im Zusammenhang mit Lipobay, das in den USA von Bayer unter dem Namen Baycol vermarktet wurde, gibt es nach Angaben des Konzerns weltweit weit mehr als 2000 Klagen. Die meisten Klagen würden in den USA erhoben. Mit dem Beginn der ersten Einzelprozesse sei Anfang nächsten Jahres in den USA zu rechnen. Der Bayer-Konzern sieht nach Auskunft seiner Pressesprechers nach wie vor keinen Anlass dafür, Rückstellungen im Zusammenhang mit Lipobay zu bilden. "Bayer hat in jeder Phase verantwortungsvoll gehandelt", unterstrich der Sprecher der Bayer AG. Zudem sei das Leverkusener Unternehmen im industrieüblichen Umfang gegen Produkthaftungsrisiken versichert.

In Analystenkreisen wird geschätzt, dass sich die Forderungen gegen Bayer auf eine Summe von mehr als 1 Milliarde Euro summieren könnten. Lipobay gehörte zu den umsatzstärksten Bayer-Medikamenten. Durch den Vermarktungsstopp fielen allein im Vertrieb 1 300 Arbeitsplätze weg.

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