Weltwirtschaft
Aids-Virus schwächt Afrikas Wachstum

Die Immunschwächekrankheit Aids und der HIV-Virus gefährdet in Afrika nicht nur zahlreiche Menschenleben, sondern auch den wirtschaftlichen Aufschwung des Kontinents.

yo DÜSSELDORF. Aids und HIV könnten die Afrikaner jährlich 1 bis 2 Prozentpunkte ihres Wirtschaftswachstums kosten. Zu diesem Ergebnis kommt der Weltwirtschaftsbericht des Internationalen Währungsfonds (IWF).

Wie stark die einzelnen Staaten betroffen sind, hänge von Faktoren wie der Infrastruktur des Gesundheitswesens, dem Kapital und den Arbeitskräften ab. Die Auswirkungen könnten für den Kontinent noch schwerwiegender sein, weil in der offiziellen Statistik Faktoren wie zum Beispiel zerstörte wirtschaftliche und soziale Bindungen nicht berücksichtigt werden.

Am stärksten ist der öffentliche Sektor vom HIV-Virus betroffen, da die Kosten im Gesundheitswesen explodieren, Steuereinnahmen sinken und Angestellte ausfallen. Im vergangenen Jahr gaben die betroffenen Länder 20 bis 90 % ihres Gesundheitsbudgets für die Behandlung von HIV und Aids aus. Vermutlich müssen die Leistungen für alle Kranken stärker rationiert werden. In diesen Schätzungen seien nicht die Kosten für eine moderne Behandlung enthalten. Wollten die Staaten jeden Zehnten mit modernen Kombinationstherapien behandeln, müsste Südafrika 1,6 % seines BIP und Mosambik 14,5 % seines BIP dafür aufwenden. Ohne Hilfe von außen könnten die Staaten das nicht bewältigen, schreibt der IWF.

Ebenso wie die Privatwirtschaft verliere der öffentliche Sektor qualifizierte, schwer ersetzbare Arbeitskräfte. Das südliche Afrika könnte in den nächsten Jahren ein Viertel seiner ausgebildeten und qualifizierten Bevölkerung verlieren, prognostiziert der IWF. Neben den Kosten für das Einarbeiten neuer Mitarbeiter, fielen Kosten für medizinische oder durch den Tod verursachte Versicherungsleistungen an. In Südafrika könnte der Anteil dieser Versicherungsleistungen am Lohn innerhalb von 10 Jahren von 5,5 % im Jahr 1997 auf 12 % in 2007 steigen. Ein infizierter Mitarbeiter verursacht all das zusammengenommen Kosten, die 50 bis 100 % seines Gehalts entsprechen.

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