Wen: SARS nach harter Arbeit unter Kontrolle
Asien will mit Sechs-Punkte-Plan gegen SARS vorgehen

Asiatische Staaten wollen mit einem Sechs-Punkte-Plan gegen die lebensgefährliche Lungenkrankheit SARS vorgehen und Reisende auf internationalen Flügen strikt kontrollieren. Die Staaten arbeiteten daran, "strenge Maßnahmen bei der Einreise und der Zollkontrolle zu erlassen, um einer Ausweitung von SARS vorzubeugen", hieß es in der Erklärung von China, Hongkong und den zehn ASEAN-Staaten, die am Dienstag zum Abschluss eines Treffens in Bangkok verabschiedet werden sollte.

Reuters BANGKOK. Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao äußerte sich zuversichtlich, dass SARS unter Kontrolle gebracht werden könne. China ist am stärksten von SARS betroffen und berichtete von neun weiteren Todesfällen.

Die zehn Mitglieder der Vereinigung südostasiatischer Staaten (ASEAN) kündigten bei ihrem Gipfeltreffen in der thailändischen Hauptstadt an, dass sie auch ihre Informationen über die Krankheit austauschen und in Forschung und Ausbildung von Personal zusammenarbeiten wollen. Bei künftigen Treffen sollen weitere Maßnahmen beschlossen werden. Als eine der Maßnahmen kündigte China an, seine Börse vom 1. bis 9. Mai zu schließen.

Unabhängig von dem Sechs-Punkte-Plan wollen die ASEAN-Staaten zu Offenheit und Transparenz im Umgang mit der Krankheit aufrufen. Das Schwere Akute Atemwegssyndrom (SARS) sei für die Region und die Welt eine ernsthafte Gefahr. Der ASEAN gehören Indonesien, Singapur, Thailand, die Philippinen, Birma, Malaysia, Kambodscha, Laos, Vietnam und Brunei an.

Wen: SARS nach harter Arbeit unter Kontrolle

Wen Jiabao sagte nach dem ASEAN-Gipfel, er sei zuversichtlich, dass die Krankheit nach einer Phase sehr harter Arbeit unter Kontrolle gebracht werden könne. Sein Land werde keine Krankheitsfälle vertuschen. China hatte erst auf internationalen Druck eingeräumt, dass landesweit mehr als 3 300 Menschen mit der Krankheit infiziert sind. Am Dienstag berichteten chinesische Behörden von neun weiteren Todesfällen und mehr als 200 neuen Infektionsfällen, die meisten davon in der Hauptstadt Peking. In China starben bislang 148 Menschen an SARS.

In Hongkong meldeten die Behörden zwölf neue Todesfälle, insgesamt starben dort 150 Menschen an SARS. Fast 1 600 Menschen haben sich in der Millionenstadt an der Krankheit angesteckt, nach China die zweithöchste Zahl. Weltweit sind rund 350 Menschen der Krankheit erlegen, bis auf 21 in Kanada alle in asiatischen Ländern. In nahezu 30 Ländern sind rund 5 500 Menschen infiziert. Erstmals ist auch in Südkorea ein SARS-Fall bestätigt worden. Der Chef des Gesundheitsministeriums, Kim Moon Sik, sagte, bei dem Patienten handle es sich um einen Mann, der vor einer Woche aus China zurückgekehrt sei. Auch die Mongolei meldete ihre ersten beiden Verdachtsfälle.

Wirtschaft Südasiens leidet unter den Folgen von SARS

Die wachstumsstarke Wirtschaft Südasiens leidet erheblich unter den Folgen von SARS. Die ASEAN-Länder äußerten sich vor allem besorgt über die Auswirkungen von SARS auf die Tourismusindustrie. Die Tourismusbehörde von Hongkong rechnet wegen SARS inzwischen im April mit einem Rückgang der Besucher um 70 Prozent oder mehr. Taiwan hat als einziges Land in der Region ein Einreiseverbot für Reisende aus China, Hongkong, Singapur und Kanada erlassen. Singapur hat damit begonnen, alle ankommenden und abreisenden Passagiere an seinen sieben Kontrollstellen für Schiffsreisende auf erhöhte Temperatur zu untersuchen.

Das Volumen im Schiffsreiseverkehr sei seit dem Ausbruch von SARS um die Hälfte gesunken, teilte Verkehrsminister Yeo Cheow Tong mit. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät von Reisen nach Hongkong, China und in die kanadische Metropole Toronto ab. Die Börsen in Asien profitierten am Dienstag von Hoffnungen, SARS könnte eingedämmt werden. Die WHO hatte am Montag erklärt, die Seuche habe in vier der am längsten betroffenen Länder ihren Höhepunkt erreicht. Dazu gehöre jedoch nicht China.

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