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Wende im Airbus-Streit: Weg frei für Startbahn-Ausbau?

Im Streit um die Airbus-Startbahnverlängerung in Hamburg steht eine überraschende Wende bevor: Einer der drei Grundstückseigentümer, die bislang den Startbahnausbau blockieren, hat sich mit der Stadt auf den Verkauf seines Grundstücks geeinigt.

dpa HAMBURG. Im Streit um die Airbus-Startbahnverlängerung in Hamburg steht eine überraschende Wende bevor: Einer der drei Grundstückseigentümer, die bislang den Startbahnausbau blockieren, hat sich mit der Stadt auf den Verkauf seines Grundstücks geeinigt.

Ein Sprecher der Hamburger Wirtschaftsbehörde bestätigte am Sonntag, dass "ein weiterer Grundeigentümer verkauft hat". Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung soll durch den Ankauf von insgesamt mehr als 38 000 Quadratmetern der Weg für die geplante Pistenverlängerung frei sein. Airbus benötigt die längere Startbahn für die Auslieferung des Großflugzeugs A380.

Welche Konsequenzen dies für den Landebahnbau habe, könne er nicht sagen. An diesem Montag werde es eine Erklärung zum neuen Sachstand geben. Auch Airbus-Sprecher Arndt Hellmann wollte sich über die Folgen zunächst nicht äußern. "Uns liegt mittlerweile eine Bestätigung dafür vor, dass der Senat ein Grundstück gekauft hat", sagte Hellmann am Sonntagabend der dpa. "Somit befinden sich nur noch zwei Grundstücke nicht in den Händen der Stadt." Derzeit prüft Airbus, was dies für die Erweiterungspläne bedeutet. Der Airbus-Sprecher kündigte ebenfalls für Montag eine Erklärung an.

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung" handelt es sich bei dem Ankauf um "Schlüsselgrundstücke", die direkt auf der Trasse für die geplante Startbahnverlängerung lägen. Weitere Grundstücke eines Hamburger Beamten und der Kirchengemeinde in Neuenfelde würden nun nicht mehr benötigt, so "Bild" unter Berufung auf informierte Kreise.

Am 1. Dezember war der Hamburger CDU-Senat noch von einem neuen Planfeststellungsverfahren mit dem Ziel der Enteignung verkaufsunwilliger Grundeigentümer ausgegangen. Ziel sei ein vollziehbarer Planfeststellungsbeschluss bis Frühjahr 2005, sagte Behördensprecher Christian Saadhoff. Das Hamburgische Oberverwaltungsgericht (OVG) hatte im August einen Baustopp für die geplante Landebahnverlängerung um 589 Meter verhängt und damit die Enteignung der Grundeigentümer verhindert.

Bislang hatten drei Grundstückseigentümer, darunter die Kirchengemeinde, die Verlängerung der Startbahn blockiert. Die längere Piste ist nach Airbus-Angaben notwendig, um die Frachtversion des neuen Großflugzeugs A380 ausliefern zu können. Insgesamt hängen von dem Vorhaben bis zu 4 000 neue Arbeitsplätze in der Region ab.

Airbus hatte unlängst den Zeitplan für für eine Verlängerung der Startbahn im Werk Hamburg-Finkenwerder gestreckt. Die verlängerte Startbahn sollte danach nun erst Mitte des Jahres 2007 zur Verfügung stehen und damit mehr als ein Jahr später als bislang geplant. Bis dahin wollte Airbus auf Toulouse ausweichen.

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