Wenig Beachtung trotz interessanter Werte
Smax auch für konservative Anleger attraktiv

Wer in Aktien investieren will, hat es derzeit nicht leicht. "Kirch und Konjunktur belasten den Dax" oder "Institutionelle kehren dem Neuen Markt den Rücken" lauten die Überschriften in den Zeitungen dieser Woche.

FRANKFURT/M. Nahezu spurlos ging der Sturm, der gegenwärtig über die Aktienmärkte hinwegfegt, jedoch am Smax vorüber. Das "Qualitätssegment für Smallcaps", wie es die Deutsche Börse selbst nennt, konnte seit Jahresbeginn sogar ein leichtes Plus verbuchen.

Trotzdem führt der Smax, der im April 1999 als Segment für etablierte mittelständische Firmen gegründet wurde, nach wie vor ein Schattendasein. Die Umsätze sind an manchen Tagen kaum der Rede wert. Nachdem das Interesse der Anleger bislang hinter den Erwartungen vieler Unternehmen zurück blieb, für letztere aber mit der Smax-Notierung hohe Kosten beispielsweise für Quartalsberichte entstehen, erklärten allein für Ende März zehn Unternehmen ihren Rückzug aus dem Smax. Am Dienstag kündigte der Düsseldorfer Bauelemente-Hersteller Innotec seinen Austritt für Juni an.

Trotz all dieser Probleme glauben viele Experten weiterhin an das Kleinwerte-Segment. "Der Smax ist in vielen Fällen unterbewertet", sagt Karl Fickel von der Fondsgesellschaft Lupus Alpha. Tatsächlich finden sich unter den 91 Werten, die ab Mitte März noch dort gelistet sind, gut ein Dutzend bei Analysten hoch angesehene Aktien mit überdurchschnittlichen Wachstumschancen. Zudem scheinen diese Werte auch für konservative Anleger interessant.

Eines der Aushängeschilder ist der Automobilzulieferer Edscha. Dessen Aktie hat ihren Wert zwar seit September fast verdreifacht, trotzdem sehen Analysten weiteres Wachstumspotenzial. "Kaufen" heißt es beispielsweise immer noch bei der Hypo-Vereinsbank, "akkumulieren" bei der Landesbank Baden-Württemberg. Für Phantasie sorgt, dass Vorstandschef Horst Kuschentzki auf der Hauptversammlung ankündigte, den Streubesitzanteil auf 50 % erhöhen zu wollen, da einige Großinvestoren an der Aktie interessiert seien.

Ganz anders aufgestellt, aber ebenfalls hoch profitabel ist der Personaldienstleister Amadeus, was in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit und bei den Problemen der Bundesanstalt für Arbeit nicht verwundert. Amadeus ragt auch innerhalb der Zeitarbeitsbranche heraus. So liegt der Umsatz pro internem als auch pro externem Mitarbeiter weit über dem der Konkurrenz, was auch daran liegt, dass Amadeus sich auf höher qualifiziertes Personal spezialisiert hat. "Übergewichten" raten deshalb die Experten von Independent Research.

Hoch angesehen sind auch die beiden Beteiligungsgesellschaften Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) und TAG Tegernsee Immobilien und Beratung. "Outperformer", nennt beispielsweise das Bankhaus Sal. Oppenheim die DBAG und gibt für die gestern bei 20,50 Euro notierende Aktie einen fairen Wert von 25 Euro aus. Der Grund: Die DBAG sei eines der solidesten Beteiligungsunternehmen Deutschlands. Einen Kurs von 47 Euro halten die Experten der Hamburgischen Landesbank bei der TAG-Aktie für fair. Gestern kostete sie 41 Euro. Für das laufende Jahr rechnen sie bei der noch jungen Beteiligungsgesellschaft wieder mit schwarzen Zahlen.

Große Beachtung kommt seit Ende vergangenen Jahres auch Condomi zu, seit dem vierten Quartal 2001 Europas größter Kondomproduzent. Von ihm erwarten etwa die Analysten von Dresdner Kleinwort Wasserstein Steigerungsraten von 36 % bis ins Jahr 2006. Ihr Kursziel für die derzeit zu 17 Euro gehandelte Aktie lautet 24 Euro.

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