Wenig Gefahr einer Inflationsbeschleunigung
Geldmenge M3 unerwartet stark gestiegen

Das Wachstum der Geldmenge M3 in der Euro-Zone hat sich im Februar überraschend stark beschleunigt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sei M3 um bereinigt 8,1 % nach revidiert 7,2 % im Januar gestiegen, teilte die Europäische Zentralbank (EZB) am Freitag in Frankfurt mit.

Reuters FRANKFURT. Der gleitende Dreimonatsdurchschnitt (Dezember bis Februar) betrug 7,4 % nach revidiert 7,0 % von November bis Januar und lag damit weiter deutlich über dem EZB-Referenzwert von 4,5 %. Von Reuters befragte Volkswirte hatten für die Jahresrate 7,7 % und für den Dreimonatsdurchschnitt 7,4 % vorausgesagt.

Die Kreditvergabe in der Euro-Zone nahm im Februar um 4,3 % nach revidiert 4,1 % im Vormonat zu. An den privaten Sektor seien 4,8 (Januar 4,8) Prozent mehr Kredite vergeben worden als vor einem Jahr.

Starkes Geldmengenwachstum kann zu steigender Inflation führen und ist für die EZB, deren oberstes Ziel ein stabiles Preisniveau ist, normalerweise ein Zeichen für die Notwendigkeit von Zinserhöhungen. Die Geldmenge wächst aber bereits seit Mitte 2001 übermäßig stark, weil viele Investoren wegen der Kursverluste an den Aktienmärkten ihr Geld in festverzinsliche, in M3 enthaltene Anlagen umgeschichtet haben. Die EZB weist deshalb schon länger darauf hin, dass angesichts des schwachen Wirtschaftswachstums in der Euro-Zone der Liquiditätsüberschuss wahrscheinlich nicht die Inflation beschleunigen wird.

Die EZB richtet ihre Geldpolitik an einer umfassenden Beurteilung der Inflation und am Geldmengenwachstum aus. M3 umfasst nach Definition der Zentralbank Bargeld, Einlagen auf Girokonten bei Banken, Einlagen und Schuldverschreibungen bis zu zwei Jahren, Repogeschäfte, Geldmarktpapiere und-fonds sowie Spareinlagen mit bis zu dreimonatiger Kündigungsfrist.

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