Wenig Handlungsbedarf für Engagements
Dax-Ausblick: Anhaltende Unsicherheit

In der nächsten Woche rollt die Welle der Quartalsmeldungen weiter: Dienstag melden Metro und Deutsche Telekom aktuelle Zahlen, einen Tag später ist die deutsche Deutsche Bank an der Reihe.

dpa/afp/vwd/jr DÜSSELDORF. Skepsis und Pessimismus herrschen weiterhin bei den Analysten verschiedener Banken mit Blick auf die deutschen Aktienmärkte der kommenden Woche vor. Der Aufwärtstrend am Freitag und Donnerstag dieser Woche erscheint ihnen noch zu ungewiss, zumal fundamentale Fakten wie die schwache Konjunkturentwicklung mit entsprechenden Vorgaben aus den USA gegen eine bereits vollzogene Trendwende sprächen.

Nach Ansicht der DG Bank besteht derzeit wenig Handlungsbedarf für Engagements, Anleger sollten ihr Pulver trocken halten. Zumal sich auch die Markttechnik beim Dax leicht verschlechtert hat. "Wichtig ist nun, dass die Unterstützung zwischen 5 650 und 5 600 einer weiteren Belastung standhält", schreiben die Banker in ihrem Wochenausblick. Nach einem Unterschreiten der Marke wäre die nächste Chartlinie bei 5 400 Punkten.

Von den Top 15-Favoriten aus Deutschland und Europa zählen für die Bank aus dem Dax die Deutsche Bank, SAP und RWE sowie vom Neuen Markt Aixtron, International Media, Kontron und Thiel Logistik zu den aussichtsreichsten Wertpapieren.

Commerzbank: Anhaltende Unsicherheit

Die Situation an den Aktienmärkten hat sich zuletzt weiter eingetrübt. Gründe sind enttäuschende Quartalsberichte einiger großer Dax-Titel, die leichte Schwäche des US-Dollar und die Ankündigung der Kürzung der Öl-Fördermengen durch die Opec. Zudem greife der allgemeine Konjunkturpessimismus weiter um sich, stellen die Analysten der Commerzbank fest.

Die Quartalsberichterstattung dominiert die derzeitige Stimmung am Markt und überlagert damit sowohl die Fantasie auf Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank als auch die Hoffnung auf eine konjunkturelle Erholung gegen Jahresende.

Die zuletzt rückläufigen Inflationsraten verstärken den Druck auf die EZB, in der Zinsfrage aktiv zu werden, zumal FED-Chef Alan Greenspan eine weitere Zinssenkung signalisiert hat. Dadurch könnte sich das Stimmungsbild aufhellen und wieder Zuversicht aufkommen. Um einen nachhaltigen Aufschwung an der Börse zu erreichen, müssen jedoch die Anzeichen für eine konjunkturelle Erholung eindeutig sein. Bis es so weit ist, wird die Börse wohl in einer abwartenden Seitwärtsentwicklung verharren.

Im Hinblick auf bessere Tage empfiehlt die Commerzbank für mittelfristig orientierte Anleger Käufe in Qualitätsaktien wie Allianz Holding, Bayer, Deutsche Telekom, Infineon, Linde, SAP oder .

GZ-Bank: Anhaltende Nervosität und sommerliche Abstinanz

Die Analysten der GZ-Bank gehen von einer weiter am Aktienmarkt herrschenden Nervosität aus. Hinzu käme die sommerbedingte Abstinenz vieler Marktteilnehmer, die einer Stabilisierung der Aktienkurse "nicht immer dienlich" sei. Die Flaute im Technologie-Sektor sei noch nicht beigelegt, mit weiteren vereinzelten neuen Enttäuschungen müsse gerechnet werden. Auch Maschinenbau- und Chemietitel steuerten eine vorläufig unsichere Zukunft an. Im Ganzen rechnen die GZ-Bank-Experten mit einer Fortsetzung der uneinheitlichen Börsenentwicklung. Zum Kauf empfehlen sie unter anderem Schering und Fresenius Medical .

Anleger bislang von Quartalsberichten nicht überzeugt

Das Bankhaus Ellwanger & Geiger in Stuttgart glaubt nicht an ein Ende der Aktien-Talfahrt. Die bisher vorgelegten Quartalsabschlüsse hätten die Anleger überwiegend nicht überzeugt. Die Gewinnaussichten blieben düster. Positiv zu werten sei, dass der Dax die Unterstützungslinie von 5 550 Punkten getestet, aber nicht durchbrochen habe. Mit entscheidend werde jedoch beispielsweise sein, wie die Technologiewerte ihre schwachen Zahlen «verdauen» würden und endlich einen Boden fänden. Die schwäbischen Experten empfehlen Fresenius Medical Care, Thyssen-Krupp und .

BG Berlin: Volatiler Markt - Seitwärtstrend bis Herbst

Die Fachleute der Bankgesellschaft Berlin sehen schließlich ein "nicht geringes Risiko, dass die Börse auch noch in der nächsten Zeit mit Konjunktur- und Ertragsenttäuschungen zu kämpfen hat". Zu befürchten sei auch, das zahlreiche weitere Gewinnprognosen in der kommenden Zeit nach unten revidiert werden müssten. Die Entwicklung am Aktienmarkt werde volatil und seitwärts verlaufen und dies voraussichtlich noch bis in den Herbst hinein. Die Berliner empfehlen Epcos zu reduzieren und Deutsche Post zu kaufen.

In den USA werden in der kommenden Woche die Einkaufsmanager-Indizes, Zahlen zum - nicht nur für Alan Greenspan so wichtigen - Verbrauchervertrauen sowie der Arbeitsmarktbericht veröffentlicht. In Deutschland äußert sich der Branchenverband des Maschinen- und Anlagenbaus zur aktuellen Situation. Neue Unternehmensberichte gibt es unter anderem von Metro, Fresenius Medical Care, Conti, Celanese, Schwarz Pharma, AVA und Dyckerhoff.

In der Tabelle finden Sie die Anlagefavoriten der Hessischen Landesbank:

Helaba Trust

Gewinn je Aktie 00

Gewinn je Aktie 01

Gewinn je Aktie 02

Empfehlung

Datum Empfehlung

adidas Salomon4,014,855,43übergewichten2.4.01
Allianz9,610,813,3neutral15.02.01

BASF

2,022,663,38neutral21.3.01

Bayer

2,492,533,06neutral8.5.01

BMW

1,632,312,48neutral24.4.01

Commerzbank

2,602,412,60neutral20.11.00

DaimlerChrysler

3,470,903,42neutral15.2.01
Dt. Bank7,937,108,20neutral5.2.01
Degussa2,051,743,22übergewichten10.4.01
Dresdner Bank3,322,382,68untergewichten27.9.00
Dt. Post1,371,501,40übergewichten12.1.01
Dt.

Telekom

-0,060,140,48neutral22.2.01

E.ON

5,164,146,33übergewichten12.4.01

Epcos

3,684,334,75neutral4.8.00

FMC

2,532,783,47neutral8.3.01

Henkel

Vz.
3,213,443,95übergewichten3.5.01
HypoVereinsb2,503,724,02neutral25.7.00

Infineon

1,831,531,96neutral31.1.01

Lufthansa

1,701,701,90neutral15.3.01

Linde

2,292,602,80neutral22.03.01

MAN

2,522,552,80übergewichten29.03.01

Metro

1,101,301,40übergewichten10.10.00
Münchner Rück.7,408,609,80neutral13.02.01
Preussag1,922,102,30untergewichten19.10.00

RWE

2,242,482,75übergewichten09.03.01

SAP

Vz.
2,023,163,85neutral13.02.01

Schering

1,702,152,47neutral19.03.01

Siemens

4,465,005,51neutral17.11.00
Thyssen Krupp1,021,031,27neutral02.05.01

Volkswagen

4,656,296,99übergewichten24.04.01
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