Wenig kursbestimmende Nachrichten
Europas Börsen schließen überwiegend fester

Die europäischen Aktienmärkte haben nach der Veröffentlichung eines US-Verbrauchervertrauens im Rahmen der Erwartungen überwiegend fester geschlossen. Der DJ Stoxx 50-Index gewann 0,6 Prozent auf 2760,6 Punkte. Unterstützung kam von den am Vortag geschlossen gebliebenen Börsen Mailand und Madrid, die markante Aufwärtsbewegung der anderen europäischen Märkte vom Donnerstag aufholten.

Reuters FRANKFURT. Insgesamt blieb die Handelsaktivität angesichts der Ferienzeit aber bescheiden. In einem Markt mit wenig kursbestimmenden Nachrichten seien Äußerungen von Analysten einen grosse Bedeutung zugekommen, hieß es. An der Spitze der Kursgewinner waren die Telekomtitel. Der Sektor habe von positiv aufgenommenen Äusserungen des Chefs der Deutschen Telekom sowie einer Kaufempfehlung für die Titel der BT Group profitiert.

Deutliche Kursverluste verzeichnete dagegen erneut der französische Medienkonzern Vivendi Universal nach weiteren Zurückstufungen durch Broker. Die Titel gaben über zwölf Prozent nach. Ericsson büßten mit minus vier Prozent ebenfalls weiter an Terrain ein. Unter Druck standen zudem ABB, die in Stockholm rund elf Prozent einbrachen. UBS Warburg hatte das Kursziel für die Aktien des schweizerisch-schwedischen Elektrotechnikkonzerns halbiert.

London schließt kaum verändert

Der Londoner Aktienmarkt schloss bei uneinheitlicher Tendenz kaum verändert. Der Londoner FTSE 100-Index stieg marginale 0,06 Prozent auf 4330,0 Punkte. Gewinnen von Telekomtiteln standen Kursverluste des Getränkekonzerns Diageo gegenüber. Die Diageo-Titel gaben nach negativen Kommentaren durch die Investmentbank HSBC Securities 3,8 Prozent nach. Die Titel der Industriegruppe Invensys büßten 5,4 Prozent ein, nachdem UBS das Kursziel zurückgenommen hatte. Unter den Medienwerten verloren Granada 7,7 Prozent und Carlton Communication 6,5 Prozent. Gegen den Abwärtstrend stemmten sich die Telekomtitel unter Führung der BT Group, deren Titel sich nach einer Empfehlung der Bank of America 6,3 Prozent verteuerten. Die Titel des schwergewichtigen Konkurrenten Vodafone gewannen 3,3 Prozent. Gesucht waren auch die Papiere des Stahlerzeugers Corus, der den Verkauf seiner Beteiligung an einem kanadischen Aluminiumunternehmen mitgeteilt hatte.

Gewinnmitnahmen in Zürich

Gewinnmitnahmen und Glattstellungen vor dem Wochenende belasteten die Schweizer Aktien. Dazu kamen laut Händlern aus den USA eher negative US-Konjunkturdaten, die die Aktien ebenfalls drückten. Der Standardwerteindex SMI schloss um 0,41 Prozent tiefer auf 5401,6 Punkten. ABB litten einmal mehr unter kräftigen Abgaben. Händler verwiesen dabei auch auf Hedgefunds. Zudem senkte UBS Warburg das Kursziel auf sieben sfr von 15 sfr. Dafür setzen Bank Julius Bär trotz eines im Markt zunächst als mäßig beurteilten Ergebnisses zu einem Höhenflug an und kletterten 7,7 Prozent. Im Fahrwasser der Bären notierten die Banktitel Vontobel, LLB und SGKB aber auch CS Group und UBS fester.

France Telekom und Orange stützen Pariser Börse

Der CAC-40-Index der Pariser Börse notierte mit minus 0,06 Prozent auf 3433 Zähler eine Spur leichter. Dem Markt fehlt laut Börsianern derzeit eine klare Richtung. Gewinne der Telekomwerte France Telecom und Orange von 2,5 Prozent und 4,1 Prozent halfen laut Marktteilnehmern größere Indexverluste zu vermeiden. Insbesondere Vivendi Universal lasteten ein weiteres Mal auf dem Markt. Die Titel brachen nach Rückstufungen durch die Deutsche Bank und UBS Warburg weitere 12,3 Prozent ein. Händler verwiesen auch auf die Schuldenlast des Medienkonzerns. Die Titel der Konzerntochter Vivendi Environnement gaben vier Prozent nach. Die Titel des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS büssten 1,6 Prozent ein. Händler führten die finanzielle Schwäche von verschiedenen US-Luftfahrtgesellschaften ins Feld. Alstom verloren sechs Prozent.

Uneiheitliche Tendenz an den Börsen in Benelux

Die Benelux-Börsen schlossen uneinheitlich. Während der Amsterdamer AEX-Index 1,34 Prozent auf 369,11 Zähler stieg, notierte der Brüsseler Bel20-Index 0,59 Prozent schwächer bei 2204,6 Punkten. Die Liste der Kursgewinner wurden von den IT-Unternehmen Getronics und CMG angeführt, die 9,5 und 7,3 Prozent zulegten. Die Titel des Lebensmittelkonzerns Numico stiegen sechs Prozent. In Brüssel verloren Ion Beam Applications 2,3 Prozent.

Mailänder Börse folgt europäischen Börsen nach oben

Der Mib30-Index der am Vortag geschlossen gebliebenen Mailänder Börse zog 3,6 Prozent auf 25.653 Punkte an und folgte damit der Aufwärtsbewegung der anderen europäischen Börsen vom Donnerstag. Gesucht war unter anderem der Halbleiterwert STMicroelectronics mit plus 7,7 Prozent. Auch Medienwerte wie Mediaset zogen mit plus 4,7 Prozent kräftig an. Die Titel der Mode- und Mediengruppe HdP gewannen 5,8 Prozent.

Kräftiges Plus in Madrid

Die Börse Madrid, die am Vortag ebenfalls geschlossen geblieben war, verbuchte unter Führung der Medienwerte Sogecable und Prisa kräftige Kursanstiege. Der Ibex 35-Index gewann 3,6 Prozent auf 6281 Zähler. Sogecable und Prisa gewannen zwölf Prozent und sechs Prozent. Händler verwiesen auf einen Entscheid der Europäischen Wettbewerbshüter bezüglich einer geplanten Fusion zwischen Telefonica, Via Digital und der Satellitensparte von Sogecable, derzufolge Brüssel den Ball wieder an Madrid zurückgegeben hat. Telefonica notierten 4,2 Prozent im Plus. Bei den Banken legten Banco Bilbao Vizcaya Argentaria sechs Prozent und Santander Central Hispano 6,7 Prozent zu.

Ericsson verlieren an skandinavischen Börsen gegen den Trend

Der DJ StoxxNordic-Index der skandinavischen Aktien notierte mit plus 0,4 Prozent auf 235,4 Zähler moderat fester. Gegen den Trend verloren die Titel von Ericsson weitere 3,6 Prozent. Die Anleger verkauften die bis Anfang September gehandelten Bezugsrechte für die neuen Ericsson-Aktien aus der laufenden Kapitalerhöhung. In Oslo zogen die Titel der Mediengruppe Schibsted nach besser als erwartet ausgefallenen Geschäftszahlen 8,5 Prozent an.

Voestalpine und Wienerberger beflügeln Wiener Börse

Der Wiener Aktienmarkt schloss am Fenstertag-Freitag fester. Der ATX-Index gewann 1,07 Prozent auf 1143,89 Punkte. Vor allem Voestalpine und Wienerberger waren die Gesprächsthemen in den Handelsräumen. Voest-Alpine gewannen trotz Vorlage von schwächeren Quartalszahlen 4,2 Prozent. Bauzulieferer Wienerberger verbuchte ein Plus von 9,2 Prozent. "So makaber das vielleicht jetzt klingen mag - aber die Baufirmen werden durch die Flutkatastrophe Impulse erhalten, und die brauchen Baumaterial", argumentierte ein Marktteilnehmer.

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