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Wenig Redezeit beim Hausarzt - falsche Diagnose möglich

Berlin (dpa) - Hausärzte, die ihre Patienten kaum zu Wort kommen lassen, übersehen häufig psychisch oder stressbedingte Krankheiten. Das geht aus einer neuen Studie des Universitätsklinikums Düsseldorf hervor, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde.

Berlin (dpa) - Hausärzte, die ihre Patienten kaum zu Wort kommen lassen, übersehen häufig psychisch oder stressbedingte Krankheiten. Das geht aus einer neuen Studie des Universitätsklinikums Düsseldorf hervor, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde.

Für die Studie wurden 500 Patientenkontakte in 18 Praxen untersucht. Wenn Ärzte ihren Patienten durchschnittlich nur 1,8 Minuten Redezeit gewährten, erkannten sie psychosomatische Krankheitsbilder oft nicht, sagte der Düsseldorfer Mediziner Johannes Kruse.

Redeten die Patienten jedoch 3,5 Minuten oder länger in der Sprechstunde, kamen die Hausärzte psychosomatischen Leiden eher auf die Spur. Sie erfuhren beispielsweise von Problemen wie Scheidung, Trennung oder häuslicher Gewalt. «Die Qualität der Diagnostik hängt unmittelbar mit den Gesprächen zwischen Arzt und Patient zusammen», erläuterte Kruse.

Nach Angaben des Universitätsklinikums Mainz entwickelt rund jeder siebte Deutsche psychisch verursachte Krankheitsbilder, häufig sind es Kopf- oder Rückenschmerzen. In Berlin tagt bis zum 26. Juni der Europäische Kongress zu psychosomatischen Forschungen unter Präsidentschaft des Klinikums Charité.

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