Wenig Unternehmensmeldungen erwartet
Dax steht im Zeichen des Ifo-Indexes

Die Entwicklung an den deutschen Aktienmärkten wird in der kommenden Woche nach Einschätzung von Analysten im Zeichen des viel beachteten Ifo-Geschäftsklimaindexes stehen.

Reuters FRANKFURT. Aus markttechnischer Sicht sei mit steigenden Kursen vor dem Jahresende zu rechnen, sagte Analyst Heinz Weyershäuser von der DZ Bank. Allerdings könne der Markt angesichts der aktuellen Bewertung keine weiteren Rückschläge bei den Konjunkturindikatoren verkraften, schrieben die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt in einer Wochenvorschau. Unternehmensmeldungen werden kaum erwartet.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) verlor in dieser Woche rund fünf Prozent auf 4 909 Punkte. Der Blue-Chip-Index des Neuen Marktes Nemax 50 gab rund elf Prozent auf 1150 Punkte nach. Auch die US-Märkte tendierten deutlich leichter.

Aus markttechnischer Sicht sei angesichts des dreifachen Verfallstermins für Optionen und Futures am kommenden Freitag ein spekulativer Anstieg des Dax bis 5 400 Punkte möglich, sagte Weyershäuser. HSBC geht eher davon aus, dass der Markt um die Marke von 5 000 Punkten pendeln wird. "Der Markt dürfte in den verbleibenden Börsentagen des Jahres weitgehend richtungslos tendieren. Institutionelle Investoren werden sich in der nächsten Woche bereits mehr und mehr zurückziehen, so dass die Börsenumsätze abnehmen."

Dieter Schwarz, Aktienstratege bei Consors Capital in Frankfurt, verwies auf das wichtige Unterstützungsniveau im Dax bei 4 872 Punkten. Falls die Marke nicht halte, gebe es Rückschlagpotenzial bis 4 700 Zähler. Schwarz rechnet in der nächsten Woche aber eher mit einer Stabilisierung.

Analysten erwarten leichten Anstieg des Ifo-Index

Wichtige Signale für die Märkte wird am kommenden Montag Analysten zufolge der Ifo-Geschäftsklimaindex liefern. "Kommt es zu einem weiteren starken Rückgang, dürfte der Aktienmarkt dies auf dem derzeitigen Niveau (hohe Bewertung) nicht verkraften", hieß es bei den HSBC-Analysten in einer Studie. Analysten erwarten im Schnitt einen leichten Anstieg des Ifo-Index für November auf 84,9 Punkte, nachdem der Index im Oktober mit 84,7 Zählern auf den tiefsten Stand seit acht Jahren gefallen war. "Sämtliche Fundamentaldaten weisen nach oben - die US-Wirtschaft, Aktienmärkte, Ölpreise, Afghanistan - und sollten so zu einem Anstieg der Erwartungen führen", sagte Volker Nitsch von der Bankgesellschaft Berlin.

Mittelfristig werde der Markt nach den Worten von DZ-Bank-Analyst Weyershäuser allerdings noch eine Phase der Unsicherheit überstehen müssen. "Sogar bei Aktienanlagen sind Hoffnungen allein nicht unbegrenzt tragfähig, so dass zunehmend konkrete Belege für eine Konjunkturwende gefordert werden, damit weiterhin Liquidität in den Aktienmarkt fließt." Konkrete Belege werde es vermutlich aber nicht vor dem zweiten Quartal 2002 geben.

Von den deutschen Unternehmen könnten die HypoVereinsbank (HVB) und die Münchener Rück in der kommenden Woche im Blickpunkt des Interesses stehen. Investoren erhoffen sich von der für Mittwoch geplanten Informationsveranstaltung beider Unternehmen Aufschlüsse über möglichen Profite aus ihrer Allfinanz-Kooperation. Münchener Rück hatte in diesem Jahr einen Anteil von 25,7 % an der HVB übernommen.

Am Montag wollen außerdem die beiden Neue-Markt-Unternehmen Kontron und Jumptec Details über ihre geplante Fusion bekannt geben.

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