Wenige Stunden vor Powells Treffen mit Scharon
Israel setzt "Operation Schutzschild" fort

Ungeachtet der amerikanischen Forderung nach einem schnellen Rückzug aus den palästinensischen Autonomiegebieten haben israelische Soldaten am Freitagmorgen ein weiteres Dorf vorübergehend besetzt.

ap JERUSALEM. Außerdem eröffnete am Grenzkontrollpunkt Eres zum Gazastreifen ein Palästinenser das Feuer und verwundete vier Israelis, bevor er erschossen wurde, berichteten israelische Rundfunksender. Auch drei Palästinenser seien verletzt worden.

Zur Lage im Westjordanland hieß es, die Truppen hätten vor dem Abrücken aus Kalil bei Nablus mehrere Verdächtige verhaftet. In der wenige Stunden vor einem geplanten Treffen von Ministerpräsident Ariel Scharon mit US-Außenminister Colin Powell veröffentlichten Militärerklärung wurde betont, dass die "Operation Schutzschild" mit "Aktivitäten in Dschenin, Nablus, Ramallah, Bethlehem, Dura und Daharijeh südlich von Hebron fortgesetzt wird".

Am Donnerstag hatten sich die letzten palästinensischen Kämpfer in Dschenin ergeben. Die israelische Besetzung des Flüchtlingslagers wurde damit aber nicht beendet. In Gaza demonstrierten hunderte von Palästinensern ihre Solidarität mit den Kämpfern von Dschenin, die sich eine Woche erbitterte Gefechte mit israelischen Truppen geliefert hatten. Auf israelischer Seite wurden 23 Soldaten getötet, die palästinensischen Verluste waren nicht abzuschätzen. Israel sprach von 100 Toten, Palästinenser sprachen von Massakern und nannten Zahlen bis 500. Ein israelischer Militärsprecher wies dies als Propaganda zurück.

Powell war am Donnerstagabend aus Jordanien kommend in Israel eingetroffen. Damit beginnt die entscheidende Phase seiner Vermittlungsmission zur Beilegung des Blutvergießens im Nahen Osten. Powell will am Freitag mit Scharon sprechen. Am Samstag will er mit dem palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat zusammenkommen.

Powell wird voraussichtlich einen Zweistufenplan vorlegen: Zunächst soll ein Waffenstillstand zwischen Israelis und Palästinensern erreicht werden. Dann sollen beide Seiten Verhandlungen aufnehmen, die schließlich zur Bildung eines palästinensischen Staates führen. In Jordanien rief Powell die israelische Regierung noch einmal auf, die Militäraktion in den palästinensischen Autonomiegebieten so rasch wie möglich zu beenden.

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