Wenige Wähler im Kosovo und in Montenegro gezählt
Wahlbeteiligung in Serbien bei 53 Prozent

In Serbien haben sich unabhängigen Beobachtern zufolge bis Sonntagnachmittag mehr als 53 Prozent der Stimmberechtigten an den jugoslawischen Präsidentschafts- und Parlamentswahlen beteiligt.

afp BELGRAD/PRISTINA. Das unabhängige Zentrum für freie Wahlen und Demokratie (CESID) teilte mit, die Schätzung basiere auf der Zählung in 60 Prozent aller Wahllokale in Serbien. Die Wahlbeteiligung von geschätzten 53,6 Prozent sei für jugoslawische Verhältnisse ein Rekord. In der Teilrepublik Montenegro seien trotz des Aufrufs der Regierung zum Wahlboykott bis zum Mittag elf Prozent der Bürger zu den Urnen gegangen, schätzten die Beobachter. Nach Angaben der UN-Verwaltung im Kosovo war die Wahlbeteiligung dort eher "schwach". Von offizieller Seite wurden zunächst keine Angaben zur Wahlbeteiligung gemacht.

Örtlichen unabhängigen Wahlbeobachtern zufolge lag die Wahlbeteiligung in der Hauptstadt Belgrad bis 15.30 Uhr bei gut 55 Prozent. Die höchste Wahlbeteiligung sei zur selben Zeit mit 91 Prozent in einem Lokal im mittelserbischen Kragujevac verzeichnet worden. Die geringste Beteiligung in Serbien wurde mit 33 Prozent aus Pancevo nordöstlich von Belgrad gemeldet. Dem CESID hatten die jugoslawischen Behörden eigentlich verboten, den Wahlverlauf in den rund 10.000 Wahllokalen zu beobachten. Dennoch entsandte die Gruppe rund 7500 Beobachter in die 26 Wahlbezirke Serbiens.

Nach einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Tanjug lobten die von Belgrad zugelassenen ausländischen Beobachter den "einwandfreien Ablauf" der Abstimmung. Belgrad hatte rund 200 Beobachter aus 52 Ländern eingeladen, darunter viele Russen. Dagegen weigerte sich die jugoslawische Führung, Wahlbeobachter aus der Europäischen und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ins Land zu lassen.

Bis zum Mittag 10 Wähler in Podgorica

In der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica zählte ein Reporter in zwei Wahllokalen bis zum Mittag lediglich zehn Wähler. Nach Angaben des jugoslawischen Wahlleitung war die Beteiligung in Montenegro "befriedigend". Konkrete Zahlen wurden nicht genannt.

Im Kosovo schlossen die Wahllokale einem AFP-Reporter zufolge um 16.00 Uhr. In der südjugoslawischen Provinz zählten UN-Vertreter bis zum Mittag knapp 22 000 vor allem serbische Wähler. Dagegen sei die Wahlbeteiligung im serbischen Teil der geteilten Stadt Mitrovica höher gewiesen, berichtete ein AFP-Reporter. Die Bevölkerung im Kosovo wird auf knapp zwei Millionen geschätzt, darunter etwa 100 000 Serben.

Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung stellen die Kosovo-Albaner. Die internationale Kosovo-Friedenstruppe KFOR meldete keine gewaltsamen Auseinandersetzungen bei dem Urnengang. Mehrere Oppositionspolitiker beklagten jedoch, sie hätten im Kosovo nicht wählen dürfen, weil ihre Namen nicht auf den Wählerlisten verzeichnet gewesen seien.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%