Weniger Dax-Unternehmen kaufen eigene Aktien zurück
Image der Aktienrückkäufe bekommt Kratzer

Dieses Jahr werden wohl weniger Firmen im Dax eigene Aktien zurückkaufen als 2001. Bislang haben nach einer Umfrage des Handelsblatts sechs Dax-Konzerne konkrete Rückkäufe angekündigt. Vergangenes Jahr erwarben neun Unternehmen eigene Aktien.

tmo FRANKFURT/M. Auch das Volumen der Rückkäufe wird voraussichtlich sinken. Der Rückgang trifft laut Experten nicht nur Deutschland, sondern auch Gesamteuropa und die USA. Zwar erscheinen die Aktienkurse nach der langen Börsenflaute billig. Doch Investoren sehen das einst bejubelte Instrument heute differenzierter. "Die Stimmung hat sich gewandelt", sagt Guy Barker, Europachef der Firma Georgeson Shareholder, die Rückkaufprogramme organisiert. "Investoren fordern derzeit, dass die Firmen ihr Geld profitabel ins Kerngeschäft investieren und keine Spielchen am Aktienmarkt damit treiben", so Barker. Zudem haben viele Konzerne wegen der Konjunkturflaute ohnehin kaum freie Mittel.

Investoren beurteilen einst umjubeltes Instrument kritischer

Im Börsenboom führte fast jede Rückkauf-Ankündigung prompt zu Kurssteigerungen. Denn das Instrument gilt als Signal finanzieller Stärke, und es ist steuerlich günstiger als Dividendenausschüttungen. Zudem sinkt durch Rückkäufe die Zahl der ausstehenden Aktien - der Gewinn je einzelne Aktie steigt somit. Doch das Glanz-Image hat Kratzer erhalten. So warfen US-Firmen zurückgekaufte Aktien gleich wieder auf den Markt. Sie finanzierten damit Optionsprogramme für ihre Manager. "Ein Großteil der Rückkäufe in den USA wurde so neutralisiert", sagt Ralf Schremper, der über das Thema an der Uni Bochum promoviert hat.

Weiterer Kritikpunkt: "Wer Geld für Rückkäufe ausgibt, signalisiert, dass er keine bessere Verwendung im Unternehmen dafür hat", sagt Schremper. Auch bei deutschen Firmen dienen Rückkäufe teilweise der Vergütung. "Wir nehmen daher jedes Programm genau unter die Lupe", sagt Rolf Drees, Sprecher des Fondshauses Union Investment.

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