Weniger Krankenversicherungen
MLP mit weniger Neugeschäft gegenüber Vorjahr

Der Heidelberger Finanzdienstleister MLP ist im Geschäftsjahr 2002 tief in die roten Zahlen gerutscht. Das Ergebnis nach Steuern sackte auf einen Fehlbetrag von 47,6 Millionen Euro nach plus 98,9 Millionen Euro im Vorjahr ab.

HB/dpa HEIDELBERG/FRANKFURT/M. Das Ergebnis vor Steuern lag bei minus 36,6 Millionen Euro (2001: 151 Mio). Darin eingerechnet sind die Erlöse in Höhe von 84 Millionen Euro aus dem Verkauf der MLP-Lebensversicherung (Wien), die bei der Veröffentlichung der vorläufigen Zahlen im Februar nicht enthalten waren. Der Umsatz stieg nach Angaben von Donnerstag in Frankfurt auf 1,13 Milliarden Euro nach 1,05 Milliarden Euro.

Der wegen angeblicher Bilanztricks unter Druck geratene Finanzdienstleister will im laufenden Jahr wieder für positive Schlagzeilen sorgen und rechnet für 2003 mit einem Vorsteuergewinn von 65 Millionen Euro. "2002 war das schwierigste Jahr in der 32- jährigen MLP-Geschichte", sagte Vorstandschef Bernhard Termühlen. "MLP hat aber aus seine Fehlern gelernt und tief greifende Veränderungen durchgeführt. Die akute Krise ist überstanden." Im laufenden Geschäftsjahr werde ein operatives Wachstum von 65 Millionen Euro vor Steuern sowie das Ausschütten einer Dividende angestrebt. Eine Umsatzprognose wollte der Vorstandsvorsitzende nicht abgeben.

Für 2002 wird wegen der negativen Ertragslage erstmals seit 1988 keine Dividende ausgezahlt. Im Vorjahr hatten die Aktionäre noch einen Betrag von 0,50 Euro je Aktie erhalten. Das abgelaufene Geschäftsjahr des Finanzdienstleister ist stark geprägt von einmaligen Sondereffekten von 151,2 Millionen Euro für Rückstellungen und Risikovorsorge.

Hauptgrund für die tief greifenden Maßnahmen sind die Ermittlungen der Mannheimer Staatsanwaltschaft wegen Insiderhandels und Bilanzmanipulation gegen das Unternehmen. Dadurch litt das Image des vor allem bei Akademikern beliebten Finanzdienstleisters, der Aktienkurs stürzte in 2002 ab. MLP entging knapp dem Rauswurf aus dem Dax. Termühlen betonte erneut, es gebe keinen Zweifel an der Korrektheit der MLP-Bilanz. Den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen sehe er "gelassen" entgegen.

Die Zahl der Kunden stieg in 2002 um 52 000 auf 505 000. Im ersten Quartal lag die Zahl der Neukunden bei 13 000. In 2003 will MLP Termühlen zufolge 575 000 Kunden erreichen. Außerdem wird in den ausländischen Märkten ab der zweiten Jahreshälfte 2003 ein weiteres Wachstum angestrebt. Die Aktie des Finanzdienstleiters stieg am Donnerstag zwischenzeitlich mit plus 6,33 Prozent auf 9,41 Euro an die Dax-Spitze.

In die Schlagzeilen war der Finanzdienstleister erneut Ende März gekommen, als staatsanwaltschaftliche Ermittlungen gegen den scheidenden SAP-Aufsichtsratschef Dietmar Hopp eingeleitet wurden. Der SAP-Gründer, der auch im MLP-Aufsichtsrat sitzt, soll mit Geld seiner eigenen gemeinnützigen Stiftung für MLP-Chef Termühlen gebürgt haben. Die Ermittlungen laufen.

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