Weniger Pkw-Zulassungen im August
Rekord-Sommer dämpft den Autoabsatz

Die Hitzewelle hat sich auch auf den Automarkt ausgewirkt. Nach Verbandsangaben wurden in Westeuropa im August weniger Fahrzeuge neu zugelassen als im Vorjahreszeitraum. Asiatische Modelle erfreuten sich jedoch zunehmender Beliebtheit.

HB BRÜSSEL. Nur gut 785 000 Fahrzeuge wurden neu zugelassen und damit 4,7 % weniger als im Vorjahresmonat, teilte die Europäische Vereinigung der Automobilhersteller (ACEA) am Donnerstag in Brüssel mit. Während führende europäische Autokonzerne wie Volkswagen, Daimler-Chrysler, Peugeot Citroen oder Fiat Absatzeinbußen verkraften mussten, konnten koreanische und japanische Hersteller Boden gewinnen. Auch die Münchener BMW-Gruppe sowie die VW-Tochter Audi legten deutlich zu. Seit Jahresbeginn sank die Zahl der Neuzulassungen in den Ländern Westeuropas insgesamt um 2,2 %.

Autofans warten auf Neuheiten

Im traditionell eher schwachen Ferienmonat August habe sich vor allem die Hitzewelle negativ ausgewirkt, begründete der ACEA den Rückgang beim Fahrzeugabsatz. Kunden hätten bei den hohen Temperaturen Verkaufsräume offensichtlich gemieden. Zudem warteten noch viele Autofans besonders im wichtigsten europäischen Automarkt Deutschland auf die Flut neuer Modelle, die in den kommenden Monaten erstmals in den Verkaufsräumen der Händler stehen werden.

Die weltweit führenden Hersteller und Autozulieferer zeigen in diesen Tagen auf der weltgrößten Branchenmesse IAA in Frankfurt ihre Neuheiten. Zu den wichtigsten Modellen zählen die für breite Käuferschichten gebauten Kompaktwagen Astra von Opel sowie der Golf V von VW, der ab Oktober verkauft wird. Vor allem von diesen Volumenmodellen verspricht sich die Autoindustrie einen Schub für die Branchenkonjunktur.

"Der August war etwas enttäuschend, aber das könnte sich um eine einmalige Sache handeln", kommentierte ein Londoner Analyst die Zahlen der ACEA. Herbe Verkaufseinbußen verzeichnete im Berichtsmonat von den deutschen Herstellern Daimler-Chrysler mit einem Minus von 9,2 %. Die Marke Mercedes verkaufte sogar 10,9 % weniger Autos. Volkswagen verzeichnete konzernweit einen Absatzrückgang von 3,8 %, die Marke VW büßte binnen Jahresfrist 6,6 % ein. Nur die Ingolstädter Konzerntochter Audi konnte mehr Fahrzeuge absetzen (plus 7,9 %). Von den großen europäischen Konkurrenten kam besonders Fiat mit einem Verkaufsminus von 15,8 % kräftig unter die Räder.

Asiaten auf dem Vormarsch

Ungeachtet der insgesamt rückläufigen Absatzzahlen der Branche etablierten sich asiatische Produzenten im August weiter auf dem westeuropäischen Markt. Den ACEA-Zahlen zufolge verkaufte Toyota/Lexus 9,2 % mehr Autos. Mazda legte sogar rund 26 % zu, Honda um 4,4 %. Nissan, Mitsubishi und Suzuki büßten dagegen ein. Seit Jahresbeginn bauten japanische Autohersteller ihren Marktanteil in Westeuropa nach Angaben von ACEA auf 12,4 % von 11,3 % aus. Koreanische Autobauer wie Hyundai oder Kia verkauften ebenfalls mehr Fahrzeuge und gewannen Marktanteile. "Dieser Trend der Asiaten setzt sich fort, wir glauben nicht, dass es das schon war", sagte ein Frankfurter Branchenanalyst.

Autowerte ziehen wieder an

Der Dow-Jones Stoxx Index für die europäischen Autowerte notierte am Nachmittag mit 1,2 % im Plus. In den vergangenen Monaten hatten die europäischen Autowerte in Erwartung einer Belebung der Branchenkonjunktur durch die anstehenden Modellneuheiten schon deutlich zugelegt. Angesichts nur verhalten optimistischer Aussagen von Konzernvorständen auf der IAA in den vergangenen Tagen gaben die Autoaktien zuletzt jedoch nach. Die nun etwas günstigeren Kurse veranlassten Anleger am Donnerstag, wieder in Autowerte zu investieren. Ein Frankfurter Händler sagte: "Der gesamte Autosektor erholt sich von seinen Verlusten dieser Woche."

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