Weniger Umsatz im ersten Quartal
Heidelberg-Cement macht Millionen-Verlust

Die schwache Baukonjunktur in Deutschland sowie der Preiskampf auf dem Zementmarkt haben der Heidelberg AG-Cement im ersten Quartal 2003 einen deutlich höheren Verlust beschert als im Vorjahr.

Reuters HEIDELBERG. Der operative Fehlbetrag habe in den ersten drei Monaten bei 112 Mill. ? gelegen nach einem Minus von 64 Mill. ? im gleichen Vorjahreszeitraum, teilte das im MDax gelistete Unternehmen am Donnerstag vor seiner Hauptversammlung mit. Vor Steuern habe sich der Verlust auf 163 (minus 102) Mill. ? belaufen. Von Reuters befragte Analysten hatten hier nur mit 117 Mill. ? gerechnet. Die Heidelberg-Cement-Aktie verlor zu Handelsbeginn über sechs Prozent und fiel auf 26,63 ?.

Um beinahe zehn Prozent auf 1,22 Mrd. ? schrumpfte der Quartalsumsatz von Europas größtem Zementhersteller. "Die Umsatzentwicklung war im ersten Quartal wesentlich beeinträchtigt durch den fortgesetzten ruinösen Wettbewerb auf dem deutschen Zementmarkt, die Abwertung des US-Dollars sowie auch durch besonders lang anhaltendes Winterwetter", erklärte Finanzvorstand Horst Wolf in einer Telefonkonferenz. Der Preis für eine Tonne Zement hat sich in den vergangenen zwei Jahren in Deutschland auf beinahe 30 ? rundweg halbiert.

Auch für die weitere Geschäftsentwicklung zeigte sich die stark im Ausland aktive Heidelberg AG-Cement wenig optimistisch: "Die Aussichten für die weltwirtschaftliche Entwicklung werden weiterhin zurückhaltend beurteilt", hieß es. "Ein nachhaltiges Wachstum erwarten wir nicht vor 2004", sagte Wolf, weshalb der Konzern an seinem Konsolidierungskurs festhalte.

Dabei will Heidelberg-Cement seine Milliardenschulden weiter abbauen. Der Schuldenstand solle 2003 um etwa 500 Mill. ? reduziert werden, sagte Wolf. Ende März war Heidelberg-Cement mit 4,55 Mrd. ? verschuldet. Der Verschuldungsgrad soll bis zum Ende des Jahres auf weniger als 100 von derzeit 123 % sinken. Die Ratingagentur Moody's hatte die Anleihen des Konzerns jüngst auf "Ba1" herabgestuft, was die Refinanzierung weiter verteuert. Ein vergleichbarer Schritt von Standard & Poors's gilt als wahrscheinlich.

Der Schuldenabbau soll vor allem durch den Verkauf weiterer Beteiligungen im Wert von mindestens 300 Mill. ? voran getrieben werden solle. Es handele sich dabei um "eine größere Zahl von kleineren Objekten", sagte Wolf. Der Konzern stieß jüngst bereits Firmenbeteiligungen auf den Philippinen und in Luxemburg ab. Weitere Maßnahmen stünden vor dem Abschluss, hieß es.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%