Weniger Umsatz und Ertrag in 2001
Getriebehersteller ZF erwartet ein schwieriges Automobiljahr

Der drittgrößte deutsche Automobilzulieferer, die ZF Friedrichshafen AG, geht mit gedämpften Erwartungen ins neue Jahr. "2002 wird noch schwieriger als 2001", sagte Vorstandschef Siegfried Goll am Mittwoch auf einer Pressekonferenz.

HB STUTTGART. Dennoch plant der Manager, der seit Juli den Getriebehersteller führt, zumindest das Niveau 2001 zu halten. "Vielleicht erreichen wir sogar ein kleines Plus", so Goll. Er will das nächste Jahr zumindest über dem Branchendurchschnitt abzuschließen.

Die ZF-Prognosen für die Branchenkonjunktur für 2002 sind negativ. Der Getriebehersteller rechnet damit, dass weltweit die Pkw-Produktion um 2 % zurückgeht, in Deutschland sogar um 4 %. Bei den leichten Lastwagen bis 6 Tonnen wird weltweit mit einem Minus von 4 % und bei schweren Lastwagen mit einem leichten Plus von 1 % ausgegangen. Goll befürchtet aber nicht, dass die Automobilbranche vor einer ähnlich tiefen Rezession wie Anfang der 90er Jahre steht.

ZF ist mit seiner Einschätzung nicht alleine. Die Nummer eins der deutschen Autozulieferer, die Robert Bosch GmbH, rechnet zumindest im ersten Halbjahr mit einem leichten Umsatzrückgang. Rolf Woller, Analyst der Hypovereinsbank, sieht vor allem auf Zulieferer, die Standardprodukte herstellen, Probleme zukommen. Sie seien von der rückläufigen Autokonjunktur voll betroffen. Woller geht davon aus, dass die Branche insgesamt die Umsatzzuwächse von 2001 nicht wiederholen kann.

Die ZF wird in 2001 beim Umsatz um 7 % auf 7 Mrd. Euro zulegen. Dennoch hat das Unternehmen die Umsatz- und Ertragsziele verfehlt. "Der Gewinn wird deutlich unter dem Vorjahr liegen", sagte Goll. Zahlen dazu wird das Unternehmen im Frühjahr vorlegen. Den Ertragsrückgang begründet Goll mit Investitionen in drei Großprojekte: das Sechsgang-Automatikgetriebe, das stufenlose Getriebe CVT und die Elektrolenkung.

Goll investiert viel Geld in die Entwicklung, um der ZF die Technologieführerschaft auszubauen. Diese Strategie soll der ZF mittel- und langfristig weiterhin gute Wachstumschancen eröffnen. Wie viele andere Zulieferer auch will die ZF von dem Trend der Autohersteller profitieren, die zunehmend Entwicklungsaufträge an Lieferanten weiterreichen. Der Gelsenkirchener Automobilprofessor Ferdinand Dudenhöffer prognostiziert, das die Branche der Autozulieferer in den nächsten 10 Jahren auf Grund dieses Trends um 40 % wachsen wird.

Der Zukauf des Schweinfurter Stoßdämpfer- und Kupplungsspezialisten Mannesmann Sachs wird sich erst 2002 voll in der ZF-Bilanz auswirken. Das Unternehmen firmiert bereits unter ZF Sachs AG und bringt der ZF einen zusätzlichen Umsatz von 2,1 Mrd. Euro. Hans Georg Härter, Mitglied der ZF-Unternehmensleitung, wird neuer Chef von ZF Sachs. Michael Paul rückt in den Vorstand der ZF auf.

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