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Wenn die Eröffnungsglocke zweimal klingelt...

Blackout. Große Aufregung herrschte heute auf dem Parkett der New York Stock Exchange an der Wall Street. Während über die Computerbörse Nasdaq wie üblich Aktien gehandelt wurden, gab es beim Parkettgeschäft erhebliche Probleme. Nach nächtlichen Software-Updates der Handelssysteme kam es zu großen Aussetzern. Von Anfang an wurden einige Aktien nicht gehandelt, bis sich das Börsenmanagement dazu entschloss, der Fairness halber den gesamten Aktienverkehr auszusetzen.

Großinvestoren konnten zum Teil ihre Aufträge nur über außerbörsliche Handelswege abwickeln. Kleinanlegern blieben solche Alternativen versperrt.
Zum ersten Mal seit 1998 kam es zu Komplikationen dieser Art. Insgesamt wurde der Handel über zwei Stunden stark beeinträchtigt, bis die Börseneröffnungsglocke ein zweites Mal an diesem Freitag in den Hallen schepperte. Aber auch danach wurden noch nicht alle Aktien wieder planmäßig über die Computer geschleußt. Der Handel rutschte sofort in ein deutliches Minus. Der Dow Jones-Index gibt zur Mittagsstunde rund ein Prozent nach. Auch die Nasdaq gerät zum Wochenende unter Druck.

Da hat Intel nun endlich den langersehnten Ausblick auf das laufende Quartal gegeben, und trotzdem sind die Investoren nicht zufrieden. Gestern zog die Intel-Aktie nachbörslich an, nachdem das Management von einer relativ stabilen Nachfrage nach Chips gesprochen hatte. Heute aber Ernüchterung. Nicht zuletzt tragen Gewinn- und Umsatzwarnungen kleinerer Halbleiterproduzenten zur gedämpften Stimmung bei. Da half es auch nichts, dass Prudential Securities den gesamten Chipbereich heute heraufgestuft hat. In Folge geht es auch für Software- und Computeraktien bergab.

Juniper Networks hat den Vogel mit einer saftigen Umsatz- und Gewinnwarnung abgeschossen und bringt den Netzwerksektor in starke Bedrängnis. Der Umsatz wird ein Drittel niedriger ausfallen, außerdem wird im zweiten Quartal der Gewinn sehr viel niedriger ausfallen als zuvor prognostiziert. Die Aktie verliert annähernd 20 Prozent und zieht auch Cisco Systems in die Tiefe.

Etwas besser stehen Papiere aus dem Telekommunikationsbereich da. Auch Chemieaktien sind etwas freundlicher als der Durchschnitt. Der Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb wird aktiv: Noch vor wenigen Wochen kursierten Gerüchte in New York, dass Merck den Konkurrenten Bristol-Myers aufkaufen will. Nun greift Bristol-Myers selbst zum Scheckbuch. Für 7,8 Milliarden Dollar kauft das Unternehmen die Pharmasparte von DuPont. Für DuPont wird sich die Finanzspritze voraussichtlich im Jahr 2002 auf die Geschäftsbücher auswirken.

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