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Wenn die Pharmawerte kränkeln....

... dann geht es auch der Wall Street schlecht. Das galt zumindest am Freitag, nachdem Merck und Schering-Plough den Markt mit schlechten Nachrichten ins Minus führten. Werte wie Pfizer und Johnson & Johnson folgten den Titeln ins negative Terrain. Den Dow Jones Index kosteten vor allem die Kursverluste bei Merck Punkte.

Der zweitgrößte US-Pharmakonzern warnte die Anleger am Freitagmorgen vor enttäuschenden Quartaldaten. Grund waren die rückläufigen Absatzzahlen von Mercks Schmerzmittel Vioxx. Im vergangenen Jahr erzielte Vioxx einen Umsatz in Höhe von rund zwei Milliarden Dollar. Die Warnung verdeutlicht einmal mehr die große Abhängigkeit der Pharmabranche von einigen wenigen Blockbustern. Gleichzeitig hat der im Vergleich zum Euro teure Dollar dem Exportgeschäft geschadet.

Schering-Plough hat dagegen ganz andere Probleme. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde entsprechen Schering-Ploughs Produktionsstätten in New Jersey und Puerto Rico nicht den Vorschriften. Der Hersteller von Claritin, einem Medikament zur Behandlung von Allergien, gerät dadurch ins Stolpern. Denn sollte der Pharma Konzern die Mängel in den Fabriken nicht beseitigen, könnte die US-Gesundheitsbehörde Schering-Plough die Markteinführung von Clarinex, dem Nachfolgeprodukt von Claritin, verwehren. Mit Claritin erwirtschaftete der Konzern im vergangenen Jahr drei Milliarden Dollar.

Doch Pharmawerte waren nicht allein auf weiter Flur. Zu ihnen ins Minus gesellten sich neben Medientiteln auch Einzelhandelswerte. Den Händlern machten schlechte Analystenkommentare am Freitag das Leben schwer. Vor allem der Bekleidungssektor habe unter einem schwachen Marktumfeld zu leiden, so die Experten von Robertson Stephens. Sie stuften die Aktien der Bekleidungsketten The Gap, Kenneth Cole und Ann Taylor von "kaufen" auf "Market Performer" herab. Bekleidungshersteller Kenneth Cole hatte es am Donnerstag eine Gewinnwarnung herausgegeben. Das Unternehmen sieht die Gewinne für das zweite Quartal mehr als halbiert.

Die Analysten von Goldman Sachs bestätigen die Aktie von The Gap zwar auf ihrer Empfehlungsliste. Doch dem Wert nützte das nichts. Ebenso wie Ann Taylor, notierte The Gap im roten Bereich. Ebenfalls unter Abgabedruck gerieten die Einzelhandelsketten Wal-Mart, Home Depot und "Bed Bath & Beyond".

Gegen den Trend zulegen konnten zum Wochenschluss lediglich die Aktien der Netzwerkausstatter und Elektronikproduzenten. Öl- und Rohstoffwerte stiegen , nachdem die US-Streitkräfte im Persischen Golf die höchste Sicherheitsstufe ausgerufen hatten. Hinweise auf terroristische Anschlägen versetzten die US-Navy in höchste Alarmbereitschaft. Anleger deckten sich daraufhin mit Ölwerten ein. Exxon Mobil, Texaco und Royal Dutch legten an Wert zu.

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