"Wenn ich outsource, kann ich sparen"
Post führt Logistik-Verhandlungen mit Großkonzernen

Die Deutsche Post AG führt nach Worten ihres Vorstandschefs Klaus Zumwinkel mit Industriekonzernen Gespräche über die Übernahme von Logistikdiensten.

Reuters BERLIN. "Wir verhandeln mit einigen großen Konzernen, die unter dem Druck der weltwirtschaftlichen Lage sagen, wenn ich outsource, kann ich sparen", sagte Zumwinkel am Mittwoch. Er könne keine Namen nennen, aber es interessiere ihn von den Weltregionen besonders stark Europa. Als Branchen nannte er die Autoindustrie, die Informationstechnologie-Konzerne sowie den Handel.

Zuminkel wollte auch Zukäufe nicht ausschließen. "Derzeit kommen sehr viele Gelegenheiten auf den Tisch und das streut über die ganze Welt."

Der Post-Chef bekräftigte, das Unternehmensziel eines Zuwachses von 5 % bei Umsatz und Gewinn werde 2001 erreicht. "Das werden wir wohl hinkriegen." Es werde aber auch nicht viel darüber liegen, ergänzte Zumwinkel. Aussagen zu 2002 wolle er erst machen, wenn man sehe, wie sich das vierte Quartal 2001 entwickelt habe. Man werde Anfang nächsten Jahres sagen, wie wir 2002 sehen. "Das Geschäft in den USA bei DHL oder Danzas ist in den USA aber natürlich sehr schwer", betonte Zumwinkel unter Hinweis auf die Anschläge in den USA im September und die Folgen für die Post-Töchter.

Keine Senkung beim Briefporto

Beim derzeitigen Kurs der Post-Aktie könne er sich keinen weiteren Börsengang mit Aktien aus dem Staatsbesitz vorstellen, sagte Zumwinkel. Wenn es aber dazu kommen sollte, gehe er davon aus, dass die Nachfrage wieder größer als das Angebot sein werde. "Wenn er (der Börsengang) dann kommt, wird es wieder eine Überzeichnung geben", sagte Zumwinkel.

Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) hatte nach der jüngsten Steuerschätzung gesagt, er wolle die Neuverschuldung nicht erhöhen, setze aber auf weitere Privatisierungserlöse. Der Bund kann seine Post-Aktien allerdings auch zunächst an die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) abgeben, ohne dass es so zu einem Börsengang kommt. Der Bund hält noch rund 69 Prozent der Post-Aktien, von denen knapp 19 % bei der KfW geparkt sind.

Dem Magazin "Wirtschaftswoche" sagte Zumwinkel laut Vorabbericht, er erwarte beim Briefporto keine Senkung in den nächsten Jahren. Wenn die Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation Anfang 2003 die Preise neu festlege, werde der Preis auf Grund von eingetretenen Kostensteigerungen dennoch für die Post nicht gesenkt werden. Der stärkeren Liberalisierung auf dem europäischen Briefmarkt sehe er gelassen entgegen. "Alles was wir im Inland an Briefgeschäft verlieren sollten, werden wir uns im Ausland zurück holen", sagte Zumwinkel dem Magazin.

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