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Wenn Juristen schreiben

Es gibt nur relativ wenige Juristen, die Journalisten werden. Und das hat seine Gründe. Vielleicht aber sollten Juristen auch nicht Pressesprecher werden.

Es gibt nur relativ wenige Juristen, die Journalisten werden. Und das hat seine Gründe. Vielleicht aber sollten Juristen auch nicht Pressesprecher werden.

Vorgestern auf der Heimfahrt von Karlsruhe sprach ich mit einigen Anwälten, die ebenfalls bei der Anhörung des Bundesverfassungsgerichtes waren, über schreibende Juristen. Oder besser: Warum es so wenige gibt: Weil die meisten es eben nicht können, das schreiben. Das verständliche Schreiben zumindest.

Bei den Bewerbungstagen für unsere Journalistenschule sind aktuelle Volontäre bei der Auswahl ihrer Nachfolger mit an Bord. Ich erinnere mich noch an eine Runde, bei der ein Jurist einen richtig guten Eindruck hinterließ - bis wir lasen, was er geschrieben hatte. Sicher, neue Volontäre müssen noch nicht perfekte Autoren sein, aber der Text war nicht mehr rettbar.

"Wie sollen wirs auch können?", fragte einer der Anwälte am Dienstag. Richtig: Wie? Schließlich sind Gesetzestexte, Gesetzeskommentare und Gerichtsschreiben das Grausamste, was Menschen der deutschen Sprache je angetan haben.

Doch nicht nur im Journalismus haben die missgebildeten Rechtsfreunde deshalb einen nicht verschuldeten Nachteil - auch in der Pressearbeit, wie ich beim Blick auf das Lawblog bemerke. Das hat eine Pressemitteilung des Bundesgerichtshofs bekommen. Überschrift:

"Berücksichtigung des Wegfalls des Eigenbedarfsgrundes nach einer auf Eigenbedarf gestützten Kündigung eines Wohnraummietverhältnisses"

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