"Wenn's ums Geld geht, Sparkasse“
Grünen-Spitze stellt sich hinter Özdemir

Die Grünen haben es als politischen Fehler ihres Abgeordneten Cem Özdemir gewertet, einen Privatkredit von PR-Unternehmer Moritz Hunzinger angenommen zu haben.

Reuters BERLIN. "Cem Özdemir hat einen politischen Fehler begangen, den er auch einsieht. Und damit ist die Sache für uns erledigt", sagte Grünen-Chef Fritz Kuhn nach einer Vorstandssitzung am Montag in Berlin. Die Parteiführung habe den Fall eingehend mit dem Bundestagsabgeordneten und innenpolitischen Experten der Fraktion erörtert.

Zur Begleichung von Steuerschulden hatte Özdemir von Hunzinger 1999 einen privaten Kredit in Höhe von 80 000 Mark zu einem Zinssatz von 5,5 Prozent angenommen. Normale Ratenkredite für Privatkunden lagen zu diesem Zeitpunkt bei etwa zehn Prozent. Eventuelle finanzielle Vorteile aus dem Kredit wolle er einer gemeinnützigen Organisation spenden, kündigte Özdemir im ZDF an und sprach ebenfalls von einem Fehler. Er hätte sich das Geld bei einer Bank besorgen sollen.

Kuhn: Özdemir nicht von Hunziger abhängig

Ähnlich äußerte sich auch Kuhn. "Wenn's ums Geld geht, Sparkasse", sagte der Grünen-Chef vor Journalisten. Özdemir habe sich durch die Annahme des Kredits jedoch nicht in eine politische Abhängigkeit von Hunzinger begeben. Auch die Partei sei weder von Hunzinger noch von anderen Lobbyisten abhängig. Als Regierungspartei fällten die Grünen seit 1998 "Entscheidungen auch gegen Lobbies".

Außenminister Joschka Fischer, Verbraucherschutzministerin Renate Künast und Grünen-Fraktionschef Rezzo Schlauch hätten seit 1998 je einen Vortrag bei Hunzinger gehalten. Es sei notwendig, dass die Grünen ihre Vorstellungen in Vorträgen bei der Wirtschaft, Verbänden oder Gewerkschaften darlegen könnten. Fischer, der Spitzenkandidat der Grünen für die Bundestagswahl am 22. September ist, teile seine Auffassung zum Fall Özdemir, fügte Kuhn hinzu.

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