Wer erfolgreich sein will, muss sich über seine Wetten gut informieren.
Mit Optionsscheinen können Anleger schnell viel Geld gewinnen – aber auch verlieren.

Die Bank gewinnt immer. Was im Spielcasino gilt, ist bei Optionsscheinen nicht anders. Die Institute verdienen vor allem am Handel mit den Scheinen: Sie verkaufen sie teuer und nehmen sie mit einem Abschlag zurück. Doch auch Anleger können mit den heißen Scheinen Gewinne einfahren - vorausgesetzt, sie spekulieren auf die richtige Entwicklung.

Privatinvestoren steigen begeistert ein: Ob Scheine auf den Dax, den Euro oder auf schwankungsanfällige Technologiewerte an der US-amerikanischen Nasdaq - gewettet wird auf fast alles, am liebsten aber auf Aktien. "Die Zuwächse im Optionsscheinmarkt sind enorm", sagt Dieter Lendle, Vorstand der Stuttgarter Optionsscheinbörse Euwax. Mehr als 14  000 verschiedene Produkte werden gehandelt. 50,4 Milliarden Euro wurden in den ersten sechs Monaten mit Optionsscheinen am deutschen Markt umgesetzt. Das Handelsvolumen ist bereits größer als das des Gesamtjahrs 1999. Gefragt sind dabei vor allem Scheine auf steigende Kurse (Calls).

Die Terminbörse Eurex will da nicht nachstehen und weitet ihr Angebot an Optionen und Futures ständig aus. Seit kurzem wirbt sie verstärkt um die Gunst der Privatanleger - ein Lockruf, dem nur diejenigen folgen sollten, die sich genau mit den Risiken der einzelnen Produkte befasst haben. Die sind nämlich teils deutlich höher als bei Optionsscheingeschäften. Allerdings hat die Eurex auch Vorteile gegenüber den Optionsscheinemittenten zu bieten: So ist die Preisfindung nicht abhängig von einem Haus, sondern von mehreren so genannten Market-Makern.



Hebelwirkung der Optionen

Was Optionen und Optionsscheine gegenüber Aktien so interessant macht, ist ihre Hebelwirkung: Wenn die zu Grunde liegende Aktie um 10 Prozent steigt, kann ein richtig ausgewählter Call um 25 Prozent zulegen. Fällt der Titel, droht dagegen der Totalverlust - das ist eine Erfahrung, die bereits viele Anleger gemacht haben.

Dabei rächt sich mangelnde Information über die jeweilige Aktie oder Unkenntnis über die Funktionsweise der Scheine. So unterliegen die Preise der Kauf- und Verkaufsoptionsscheine (Calls und Puts) unter anderem der Schwankungsbreite (Volatilität) des gesamten Aktienmarktes. Wer in Zeiten niedriger Volatilitäten kauft, fährt am besten - denn ein Anstieg erhöht automatisch die Preise der Scheine. "Der Zeitpunkt zum Einstieg ist günstig", erklärt Frank Burkhardt, Optionsscheinexperte der Société Générale, und verweist auf die zurzeit niedrige Volatilität. Wenn gegen Jahresende die Kurse wieder Achterbahn fahren, profitieren davon Optionsscheinanleger.

Bei der Auswahl raten einige Experten zum Einstieg in Calls auf Aktien aus dem Bereich Technologie, Medien und Telekommunikation. Dort sei mit Kursgewinnen zu rechnen. Auch Euwax-Experte Lendle ist zuversichtlich: "Wenn sich die Nasdaq über der Marke von 4  000 Punkten behaupten kann, dann steht einem heißen Herbst nichts mehr im Wege."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%